Den Menschen so fern – Kritik und Trailer zum Film

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Den Menschen so fern – Kritik und Trailer zum Film
Daru hadert mit seinem Gewissen: Kann er seinen Begleiter Mohamed dem Gericht ausliefern, obwohl diesem wegen Mordes die Todesstrafe droht? Der Film “Den Menschen so fern” rückt diese Frage ins Zentrum. Der französische Lehrer soll den Gefangenen in die nächste Stadt bringen und dort den Behörden übergeben. Er sträubt sich, doch Mohamed will ihn vom Gegenteil überzeugen, hat er doch gewichtige Gründe, die Strafe anzunehmen. Zusammen ziehen sie los, schutzlos in den kargen Bergen des Atlasgebirges.


Während in Algerien ein Unabhängigkeitskrieg entbrennt, gehen die Männer auf eine gefährliche Reise. Auf ihrem Weg über scharfkantige Felsen und durch weite Wüsten lernen sie sich kennen – und verstehen.

Inhalt und Trailer zum Film “Den Menschen so fern”

“Den Menschen so fern” beruht auf der Novelle “Der Gast” von Albert Camus und ist ein eindringlich und poetisch inszeniertes Drama im Stile eines Western, mit atemberaubenden Bildern und hervorragend gespielt von Viggo Mortensen in der Rolle des Lehrers Daru und Reda Kateb als Mörder Mohamed. Nicht nur wegen der vielen Krisengebiete ein höchst aktueller Film.

Daru kann es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, Mohamed den Henkern zu übergeben. Denn der Mord geschah aus purer Not. Doch Mohamed will sich fügen und hat gute Gründe dafür, die Daru aber nicht versteht. Bald geraten die Männer zwischen die Fronten des Krieges. Daru fühlt sich heimatlos. Er ist in Algerien aufgewachsen, dort sind seine Wurzeln. Doch bald ist dort vielleicht kein Platz mehr für ihn, weil er Franzose ist. Der Film verdeutlicht das in einer Szene, in der die Männer von Rebellen gefangen genommen werden. Einer der Kämpfer ist ein alter Freund des Lehrers: “Daru, ich liebe dich wie einen Bruder. Aber wenn ich dich morgen töten muss, werde ich es tun.”

Kritik zum Film “Den Menschen so fern”

Menschen, die einander nah und doch so fern sind – Regisseur David Oelhoffen unterstreicht dies mit der poetischen Musik der Australier Nick Cave und Warren Ellis. Und mit wunderschönen, leinwandgroßen Aufnahmen der Berge und ihrem Spiel aus Licht und Schatten. Darin Menschlein, die wie Ameisen ihren Weg suchen und in all der Kargheit nur noch ihre pure Existenz und die Menschlichkeit besitzen. “Es war eine Art, die Absurdität des Krieges zu unterstreichen”, sagte Oelhoffen kürzlich auf dem Filmfest München.

“Man hat das Gefühl, dass es der Landschaft völlig egal ist, dass diese Leute sich darauf vorbereiten, sich gegenseitig zu töten. (…) Diese Absurdität und die Schwierigkeiten sind Teil der Reise dieser Männer. (…) Der einzige Schutz ist die Hilfe, die sie sich gegenseitig geben können.” Doch diese Nähe sei schwer zu erreichen – und zu erhalten. “Brüderlichkeit ist wie ein Kartenhaus, es kann zusammenbrechen, sehr schnell und sehr leicht.”

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