Den billigsten Supermarkt gibt es laut VKI nicht

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Die Preisunterschiede zwischen den Supermärkten sind zumeist gering
Die Preisunterschiede zwischen den Supermärkten sind zumeist gering - © APA (Symbolbild)
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat erneut die Preise bei den heimischen Supermärkten unter die Lupe genommen – mit dem Fazit: Preisbewusste Kunden müssen heuer etwas tiefer in die Tasche greifen. Etwas günstiger wurde hingegen das Bio-Wagerl. Das Motto “Supermarkt = teuer, Diskonter = billig” sei überholt. Die Preisschere zwischen den Anbietern ist laut VKI etwas kleiner geworden.

Wer am günstigsten ist, könne man nicht sagen. “Wer beim Lebensmitteleinkauf wirklich sparen möchte, kommt um einen Preisvergleich nicht herum”, so Projektleiter Walter Hager. Für den Vergleich wurden Mitte Juli die Preise für drei Warenkörbe – Billigprodukte, Markenartikel und Bio-Produkte – bei den Diskontern Hofer, Lidl und Penny sowie in fünf Supermärkten (Billa, Interspar, Merkur, MPreis und Spar) eingehoben. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden die Preise heuer von den Märkten selbst an den VKI gemeldet.

Preistreiber: Milch und Milchprodukte

Der Billig-Warenkorb, der sich trotz leicht veränderter Erhebungsmethode sehr gut mit jenem vom Vorjahr vergleichen lasse, wurde bei den meisten Ketten teurer. “Preistreiber über alle acht Ketten hinweg waren Milch und Milchprodukte”, heißt es im aktuellen VKI-Magazin “Konsument”. Beim börserlfreundlichen Wagerl, wo es rein nach dem Preis geht, hätten die Diskonter noch knapp die Nase vorn.

Bananen und Toastbrot besonders günstig

Waren, die oft gekauft werden, wie Bananen oder Toastbrot seien aber in allen Märkten besonders günstig. “Niemand will bei diesen gängigen Produkten als der Teuerste gebrandmarkt werden”, schreibt das Magazin. Insgesamt 19 der 69 Artikel im Billig-Warenkorb seien von den heimischen Supermärkten um den exakt gleichen Preis angeboten worden.

Sofortige Reaktionen auf Preisunterschiede

“Jeden Tag machen anonyme Testkäufer von Kette A bei Kette B ihre Runden (und natürlich umgekehrt), um herauszufinden, ob die Konkurrenz womöglich Preisänderungen vorgenommen hat”, so der VKI. Gibt es Preisunterschiede, werde sofort darauf reagiert. Die Margen würden dafür bei Produkten, für die Kunden kein so gutes Preisgespür haben, in die Höhe getrieben. Im Billig-Sackerl gebe es dann etwa bei Bohnenkaffee, Rindsuppe oder Salamipizza saftige Preisdifferenzen von weit über 100 Prozent.

Preisunterschiede zwischen Billig, Marke und Bio nicht so stark

Generell seien die Preisunterschiede zwischen den Supermärkten bei allen drei untersuchten Warenkörben – Billigprodukte, Markenartikel und Bio-Produkte – aber nicht mehr ganz so stark wie noch im Vorjahr, so der VKI. Das liege zum einen an der Preispolitik der Konzerne, zum anderen an der genaueren Definition der untersuchten Warenkörbe.

Bei Markenartikeln sei es relativ egal, wo man einkauft. Bei Diskontern würde Markenware aber “bisweilen sogar mehr” kosten. Am günstigsten waren die 49 untersuchten Markenartikel bei MPreis (123 Euro) zu erstehen. Bei Billa musste man einen Euro mehr hinlegen, bei Merkur beziehungsweise Spar und Interspar waren es rund drei Euro mehr.

Diskonter im Bio-Bereich “günstig unterwegs”

Das Bio-Einkaufswagerl kostete bei Spar beziehungsweise Interspar 67 Euro, bei Billa und Merkur 65 Euro. “Im Zeitverlauf wurden die Bio-Produkte günstiger”, so der VKI. Auch bei den Diskontern wächst das Bio-Angebot. Unter jenen Anbietern, die nahezu alle 25 Artikel des Bio-Warenkorbs im Sortiment haben, sei Hofer am billigsten. Auch Penny und Lidl seien mit ihrem angebotenen Bio-Sortiment “günstig unterwegs”.

Insgesamt wurden 143 Produkte des täglichen Bedarfs beziehungsweise wöchentlichen Großeinkaufs in drei verschiedenen Warenkörben ausgewertet. Die Preiserhebung werde ab Ende des Jahres regelmäßig durchgeführt und auf veröffentlicht.

(APA)c

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