“Dear Mr. President” – Elfjährige aus Österreich schreibt Brief an Trump

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Van der Bellen überreichte den Brief.
Van der Bellen überreichte den Brief. - © APA/HBF
Im Zuge der UNO-Vollversammlung in New York hatte Präsident Van der Bellen ein ganz besonderes Mitbringsel für Donald Trump dabei. Er überreichte dem US-Präsidenten einen Brief, in dem sich ein elfjähriges Mädchen aus Wien besorgt zum Klimawandel äußert.

Der Republikaner Trump bezweifelt, dass der Klimawandel menschlichen Einflüssen unterliegt und hat bereits mehrere Klimaschutzbestimmungen von den Demokraten rückgängig gemacht, ausgesetzt oder zur Überprüfung ausgeschrieben. Genau das macht der elfjährigen Paula Sorgen. In ihrem Brief beteuert sie, dass der Klimawandel “echt” sei. “Wenn unser Klima sich verändert, sind wir alle davon betroffen”, erklärt sie. “Egal ob in den USA, Australien, China oder Norwegen. In großen Städten oder auf kleinen Inseln.”

Der Brief von Paula im Wortlaut:

“Lieber Präsident,

mein Name ist Paula. Ich bin elf Jahre alt und lebe in Österreich. Ich schreibe Ihnen diesen Brief, weil ich etwas Wichtiges zu sagen habe. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich dafür einen Moment Zeit nehmen könnten. Herr Präsident, der Klimawandel ist real. Leute bemerken ihn überall auf der Welt. Wenn sich unser Klima ändert, betrifft das uns alle. Sie und auch mich. Leute in den USA, Australien, China und Norwegen. In großen Städten und auf kleinen Inseln. Meine Bitte an Sie und andere Politiker: Bitte arbeitet zusammen, um Lösungen für den Klimawandel zu finden. Wir müssen unsere Zukunft jetzt retten – wir haben nur einen Planeten Erde. Vielen Dank, dass sie meinen Brief gelesen haben, Herr Präsident.”

VdB enttäuscht von Trumps Rede

Dass Trump und Van der Bellen in Sachfragen bisweilen unterschiedliche Positionen haben, offenbarte sich auch am Dienstag nach der Rede des US-Präsidenten vor der UNO-Vollversammlung. Der Bundespräsident zeigte sich gegenüber österreichischen Journalisten “enttäuscht” über den Vortrag Trumps. “Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz.” Trump habe etwa der “Renationalisierung” das Wort geredet. Nachsatz: “Das war eine Kampfansage an die EU.”

Unverständnis äußerte Van der Bellen auch bezüglich der Haltung des US-Präsidenten zum Atomabkommen mit dem Iran, das Trump infragestellt. Der Iran halte das Abkommen bisher auf “Punkt und Beistrich” ein, erklärte Van der Bellen. “Trump hat auch nicht gesagt, was der Iran nicht erfüllt.” Etwas mehr Verständnis zeigte der Bundespräsident indes für die harte Haltung Trumps im Atomkonflikt mit Pjöngjang: “Nordkorea kann ich noch nachvollziehen.”

(Red./APA)

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