De Mistura zeigt sich nach Syrien-Gesprächen in Wien optimistisch

Nach Wiener Syrien-Gesprächen: De Mistura und Kurz sind optimistisch.
Nach Wiener Syrien-Gesprächen: De Mistura und Kurz sind optimistisch. - © APA
Der UN-Syriengesandte Staffan de Mistura bemühte sich am Mittwoch, trotz ernüchternder Bilanz der Wiener Syrien-Gespräche, um Optimismus. Es seien Fortschritte beim Waffenstillstand und der humanitären Hilfe zu erkenne, weshalb er sich zuversichtlich zeigte, “dass die inner-syrischen Friedensgespräche wieder aufgenommen werden können”. Die Flüchtlingszahlen gingen bereits zurück, erklärte er in Wien.

Die sogenannte “Internationale Syrien-Unterstützergruppe” (ISSG) hatte sich bei ihrem Treffen am gestrigen Dienstag in Wien lediglich auf einen Mechanismus zur Überprüfung des brüchigen Waffenstillstands im Bürgerkriegsland und auf mögliche Luftbrücken für humanitäre Hilfe geeinigt. Einen im Vorfeld erhofften Termin für die Wiederaufnahme der – aufgrund zahlreicher Verletzungen der Waffenruhe unterbrochenen – Friedensgespräche zwischen dem syrischen Regime und der Opposition gab es hingegen nicht.

De Mistura hoffnungsvoll wegen Fortschritten in Syrien

Die vergangenen Herbst in Wien aus der Taufe gehobene ISSG habe ein Momentum kreiert, “das vor einem Jahr noch undenkbar war”, gab sich de Mistura nach einem Treffen mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) dennoch zuversichtlich. “Heute haben wir einen Waffenstillstand von 50 Prozent, der war zuvor bei Null … Und auch die humanitäre Hilfe war bei Null, heute erreichen wir fast 260.000 Menschen, auch wenn das nicht genug ist.”

All dies nähre die Hoffnung auf einen politischen Übergang innerhalb der Bevölkerung des Bürgerkriegslandes, fügte de Mistura hinzu. “Und umso mehr Hoffnung wir den syrischen Menschen geben können, umso weniger werden sie verleitet sein, Syrien zu verlassen und sich in Richtung Europa aufzumachen.” Bereits jetzt würden ihm seine Mitarbeiter berichten, dass Syrer ihre Flucht verschieben oder ganz absagen würden: “Weil es Hoffnung gibt und die syrische Bevölkerung ihr Land liebt.”

Syrien-Gespräche in Wien: Auch Kurz ist optimistisch

Auch Außenminister Kurz zeigte sich vorsichtig optimistisch: “Dass die Situation weiterhin eine ganz schwierige ist, das steht außer Frage. Aber ich glaube, dass die Bemühungen ganz klar in die richtige Richtung gehen”, erklärte er.

Einen konkreten Termin für die Fortsetzung der inner-syrischen Friedensgespräche konnte de Mistura am Mittwoch ebenso wenig nennen, wie über die Reaktion der Opposition auf die Verhandlungen in Wien berichten. “Ich werde mit der Opposition sprechen, sobald ich morgen wieder zurück in Genf bin”, sagte er. “Ich werde ihnen natürlich erklären, was wir erreicht haben, aber auch, was wir von ihnen erwarten, um sicher zu gehen, dass das, was wir gestern beschlossen haben, konkret wird.

(apa/red)

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