David Hasselhoff wird 65: “Ich suche immer noch nach Freedom”

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David Hasselhoff feiert seinen 65. Geburtstag.
David Hasselhoff feiert seinen 65. Geburtstag. - © APA/AFP/ODD ANDERSEN
David Hasselhoff feiert am 17. Juli seinen 65. Geburtstag. Im Interview spricht “The Hoff” über seine bisherigen Erfolge, die Wiedergeburt von “Knight Rider” und warum sein Ruf “immer noch halbwegs cool” ist.

David Hasselhoff hat gerade ein Hotel in Wales bezogen und scheint sich wohlzufühlen. “Lass mich mal gucken, ob hier irgendwo Kaffee ist”, sagt er. Am 17. Juli feiert er 65. Geburtstag. Grund genug “The Hoff” nach dem Stand der Dinge zu fragen.

Der in Baltimore (Maryland) geborene David Hasselhoff wurde mit den TV-Serien “Knight Rider” und “Baywatch” weltberühmt. Als Popsänger war er unter anderem mit den Titeln “Looking for Freedom”, “Crazy for You” und “Everybody Sunshine” erfolgreich. An seinen Höhenflug und das Millionenpublikum der 80er- und 90er-Jahre konnte er trotz verschiedener Filmprojekte, Serien und Musikalben sowie als Schauspieler am Theater aber nicht mehr anknüpfen. Er hat zwei Töchter und ist fünffach geschieden.

Baywatch und Knight Rider sind Kult

Kultobjekte sind die rote Badehose und die Schwimmhilfe aus der Erfolgsserie “Baywatch” oder das sprechende Auto K.I.T.T. aus “Knight Rider” zweifellos. Hasselhoff identifiziert sich noch mit den Shows, will aber nicht daran klammern. Er spielt Peter Pan an Theatern in Großbritannien, versuchte sich mit seinen Töchtern an einer (wenn auch wenig erfolgreichen) Realityshow und nimmt weiter Musik auf. Im November ist er Gastgeber auf einer Mittelmeeer-Kreuzfahrt namens “Hoff Cruise”. Er sieht sich als Schauspieler und hofft darauf, “Knight Rider” als Film ins Kino zu bringen. “Das wäre ein Traum”, sagt Hasselhoff.

Einen “komischen Ansatz” mit Blick auf sein eigenes Leben nennt er die Netflix-Produktion “Hoff the Record”, die 2016 mit einem International Emmy ausgezeichnet wurde. In der fiktionalen Doku-Serie spielt er sich selbst und versucht mit schrägen Mitteln, dem schwindenden Erfolg neues Leben einzuhauchen. “Ich habe eine Parodie von David Hasselhoff gespielt, also spiele ich eine Karikatur meiner selbst”, sagt er. Zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist sich Hasselhoff nicht.

Der Hüne mit der behaarten Brust scheint sich in eine abstrakte Figur verwandelt zu haben, die mit dem in Kalifornien und Wales lebenden Vater zweier Töchter kaum noch etwas zu tun hat. Im Interview spricht Hasselhoff von sich selbst in der dritten Person, sagt Sätze wie: “Man kann David Hasselhoff nicht nachbilden.” In die Kinos kommen soll sogar der Spielfilm “Killing Hasselhoff”, in der eben diese Figur David Hasselhoff ihre eigene Berühmtheit auslöschen muss, um einen Kredithai auszuzahlen.

David Hasselhoff wird 65: Der Star im Interview

Frage: Man kennt Sie vor allem als Rettungsschwimmer aus “Baywatch”. Wie finden Sie den Film mit Dwayne Johnson und Zac Efron, der jetzt aus der einst so erfolgreichen TV-Serie geworden ist? Sie haben darin eine Gastrolle.

David Hasselhoff: Das “Baywatch”, das wir gemacht haben, war nicht das “Baywatch”, das ich wollte. Als es mir angeboten, wurde mir klar, dass es ein Witz werden und sie sich darüber lustig machen würden. Aber Dwayne Johnson ist ein Freund von mir und ich kenne Zac Efron, der so ein netter Kerl ist. Deshalb habe ich mich entschieden mitzumachen. Ich wusste, wenn ich Nein sage, wären alle damit überfordert.

Hätten Sie gern eine größere, ernsthaftere Rolle gehabt?

In Hollywood machst du, was dir angeboten wird, und du versuchst, das Beste daraus zu machen.

Wie war es, Pamela Anderson, die auch einen Cameo-Auftritt hat, nach all den Jahren in dem Zusammenhang wiederzusehen?

Mein Leben dreht sich nicht um Pamela, und das hat es auch nie. Ich habe nichts als Anerkennung für sie. Ich finde, sie ist eine unglaublich nette, coole Person. Sie ist sehr witzig und sehr gut in dem, was sie macht. Hängen wir zusammen ab? Nein.

Ihre andere sehr erfolgreiche Serie war “Knight Rider”. Was können wir vom dazugehörigen Film erwarten, der 2018 erscheinen soll?

Das weiß ich nicht. Harvey Weinstein (der Produzent, Anm. d. Red.) hat gesagt, ich soll mitspielen und es soll eine Komödie sein. Die Gespräche liefen nicht so positiv, wie ich sie gern gehabt hätte.

Und die neue Serie, die “Knight Rider” wiederbeleben soll?

Ich weiß nicht, aber ich hoffe, dass es keine Parodie wird. Ich hoffe, sie wird dem Original gerecht. Keiner, der die Serie gesehen hat, will, dass sich darüber lustig gemacht wird. Es war wie die Ritter der Tafelrunde. Er (Hauptfigur Michael Knight) ist ein Ritter in strahlender Rüstung – nur, dass er schwarzes Leder trägt.

Identifizieren sich die Menschen heute noch mit Ihnen?

Ich denke immer, das wird verschwinden, aber dann gehe ich in einen Friseursalon und werde belagert. Alle Leute wollen Fotos mit mir machen. Woher kennt Justin Bieber mich? Es hat offensichtlich nichts mit “Knight Rider” zu tun, er ist 23 Jahre alt. Die Serie lief acht Jahre, bevor er geboren wurde. Irgendwie ist mein Ruf bei diesen Kids immer noch halbwegs cool. Ich habe keine Ahnung, warum.

Sie haben auch Vorfahren in Deutschland?

Das habe ich herausgefunden, als ich vor etwa drei Jahren in Deutschland und Österreich auf Tour war. Ich habe einen Ahnenforscher getroffen, der sagte, ich kenne deine Wurzeln und weiß genau, wo du herkommst. Wir waren in Völkersen bei Bremen und er zeigte mir ein Buch mit allen Leuten bis 1868, und da waren lauter Hasselhoffs! Die haben alle Haselnüsse angebaut und hatten einen Hof.

Hätten Sie im Rückblick in Ihrem Leben etwas anders gemacht?

Wahrscheinlich nicht. Ich habe Herz, Humor und Action in jedes Drehbuch gesteckt. Ich suche immer noch nach Freedom, ich suche immer noch nach gutem Entertainment. Ich hatte eine großartige, bescheidene, glückliche, erfolgreiche Karriere. Ich würde höchstens mehr darauf achten, die Wahrheit zu akzeptieren. Aber ich würde nichts ändern. Ich bin gesegnet. Ich will einfach noch 20 Jahre am Leben bleiben.

(Das Gespräch führte Johannes Schmitt-Tegge/dpa)

(APA/Red)

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