Dating Queen (Trainwreck) – Trailer und Kritik zum Film

Dating Queen (Trainwreck) – Trailer und Kritik zum Film
Auf New Yorks Stand-Up-Bühnen ist Amy Schumer längst eine Institution. Auch ihre feministischen TV-Sketche generieren mittlerweile sofort Aufmerksamkeit.

Nun hat die 34-jährige US-Komödiantin ihr eigenes Leben in ein Drehbuch gegossen – und mit Judd Apatow eine Hollywoodgröße als Regisseur und Kollaborateur gewonnen. Am Donnerstag startet die erfrischende Komödie “Dating Queen” in unseren Kinos.

Dating Queen (Trainwreck)  – Die Geschichte

Der Name ist nicht das Einzige, was Schumer mit Titelprotagonistin Amy verbindet – wenn die auch auf der Leinwand noch einmal radikaler und unverschämter daherkommt, lautet der Film im Original doch nicht umsonst “Trainwreck”. Wobei wir gleich zu Beginn erfahren, dass der Grundstein für das exzessive, oft unangemessene Verhalten in Amys Kindheit gelegt wurde.

Anhand einer Puppe erklärt der Vater (Colin Quinn) der kleinen Amy und ihrer Schwester Kim, warum Monogamie unrealistisch ist. Denn: Wer will schon sein Leben lang mit nur einer Puppe spielen? Viele Jahre später lebt Amy als junge Journalistin die propagierte Ungebundenheit, frönt Onenightstands, ohne jemals bei einem Kerl zu übernachten, trinkt gerne einen über den Durst oder zieht am beruhigenden Joint, stößt ihre sesshafte Schwester (Brie Larson) mit grenzwertigen Sprüchen regelmäßig vor den Kopf und unterhält nebenbei eine recht oberflächliche Beziehung zu einem Bodybuilder, der sich als sensitiver Romantiker herausstellt.

Kaum ist der vergrault, lernt Amy den aufstrebenden Sportarzt Aaron (Bill Hader) kennen, über den sie – ungeachtet ihrer Ablehnung jeglichen Sports – für das Männermagazin “S’Nuff” einen Artikel schreiben soll. Die beiden sind sich sympathisch, landen miteinander im Bett – und Amy ist am nächsten Tag ziemlich überrascht, als Aaron sie sogleich anruft: “Ich glaube, deine Hosentasche hat mich angerufen.” Wehrt sie sich erst mit Händen und Füßen gegen das unerwartete Glück, sieht der die Sache ganz einfach: “Wir mögen uns, also werden wir ein Paar.” Wobei sich eine Beziehung zwischen dem introvertierten, strukturierten Aaron und dem hedonistischen Partygirl dann doch ein wenig komplizierter gestaltet.

Dating Queen (Trainwreck)  – Die Kritik

In seiner Struktur mag “Dating Queen” zwar den Regeln klassischer romantischer Komödien folgen. Dass das Ganze dann aber doch erfrischend anders ausfällt, liegt an einem mühelos witzigen Script, einem sehr harmonischen Cast – und an Protagonistin Amy, die in üblichen Hollywoodromanzen maximal zur schrägen, unangepassten besten Freundin der wunderschönen Titelfigur taugt. Als “zugänglich”, weil attraktiv aber nicht schön, clever aber nicht intelligent, beschreibt ihre zynische Chefin Dianna (großartig und mit Perücke und falscher Bräunung kaum zu erkennen: Tilda Swinton) sie dann auch einmal. Tatsächlich führt Amy ein Leben nach eigenen Vorstellungen, ohne Kompromisse gegenüber der Gesellschaft was ihr Aussehen, ihre Wortwahl oder ihre Entscheidungen betrifft.

Amy Schumer setzt damit ihre Linie fort, mit Humor auf gesellschaftliche Doppelmoral hinzuweisen, während Apatow einmal mehr auf starkes weibliches Talent setzt – und mit “Dating Queen” erstmals einen Kinofilm aus fremder Feder inszeniert. Vorrangig bekannt für “bromantic comedies” wie “Jungfrau (40), männlich, sucht”, bei denen unreife, verunsicherte Männer eher untereinander tiefe Beziehungen pflegen als zu Frauen, hat Apatow als Produzent zuletzt bereits großen Autorinnen und Komikerinnen wie Kristen Wiig in “Brautalarm” und Lena Dunham in “Girls” den Zugang zum Mainstream geebnet.

Apatows Stärke war dabei inmitten der Gags auch immer das Menschliche, der Bezug zur verrückten, vor allem aber harten Welt, in der es den meisten seiner Figuren sichtlich schwer fällt, erwachsen zu werden. Als Amys Eskapaden zunehmend mit der schweren Krankheit des vereinsamten Vaters und dem Wunsch nach menschlicher Nähe in Verbindung gebracht werden, macht der Film eine überraschend emotionale Kehrtwende. Schumer zeigt sich als Neo-Kinostar dabei überraschend verletzlich, bringt zum Lachen ebenso wie zum Weinen, und gibt mit Co-Star Brie Larson ein berührendes Schwesternpaar ab.

Die “Bromance” aber kommt auch bei “Dating Queen” nicht zu kurz: Niemand geringerer als Basketball-Ikone LeBron James spielt im Film sich selbst und fungiert als Aarons Berater in Liebesdingen. Im Tandem mit dem fantastischen, bisher in zahlreichen Apatow-Filmen nur in Nebenrollen eingesetzten “Saturday Night Live”-Komiker Bill Hader wird so auch ein eher männliches, sportbegeistertes Publikum ins Kino gelockt – und ganz nebenbei mit wunderbar lustigen, komplexen Frauen konfrontiert.

(APA)

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