Das war das Spielefest 2009 im Wiener Austria Center

Am Spielefest
Am Spielefest - © Andreas Habicher
Das Spielefest, eine der größten und traditionsreichsten Familienveranstaltungen Österreichs, ist für heuer vorbei. Trotz Schweinegrippe und Wirtschaftskrise kamen zum 25-jährigen Jubiläum knapp über 60.000 Besucher ins Austria Center Vienna.

Das Spielefest im Wiener Austria Center ist alljährlich die beste Gelegenheit, rechtzeitig risikofrei mögliche Weihnachtsgeschenke auf Herz und Nieren zu prüfen, ehe man sich festlegt.

An den mehr als tausend Spieltischen standen wie immer die prämierten Spiele im Mittelpunkt des Interesses. Preisgekrönte Hits wie “Ramses Pyramid” und “Dominion” dürften dabei ebenso mühelos den Sprung auf die Weihnachts-Wunschliste geschafft haben wie die aktuellen Partyhighlights “Let’s Party” und „Trivial Pursuit Team“, die brandaktuellen Strategiespiele „Albion“ und „Bakong“, die Kinderspiele „Land in Sicht“ und „Polizei-Alarm“ oder die neue „Rubik’s 360“-Zauberkugel.

Erstmals wurde beim Spielefest auch ein Europameister gekürt: Internationaler Champion der „Siedler von Catan“-Spieler wurde der Italiener Antonio Valerio vor zwei Damen aus Tschechien und der Slowakei. Als bester Österreicher klassierte sich Lorenz Mastalir auf Rang fünf unter 44 Teilnehmern. Heimische Siege gab es beim „Dominion“-Turnier durch Sebastian Polak-Rottmann und bei der Meisterschaft des „Österreich“-Brettspieles durch den erst 13-jährigen Alexander Bürger.

Rhythmomacchie

Mit dabei sind wie immer neben den großen Spieleverlagen und Elektronikanbieter auch einzelne Tüftler und Spielvereine. Viele sind selbst Spieleerfinder, andere graben vergessene oder kaum bekannte Spielehits aus alter Zeit wieder aus und stellen sie auf dem Spielefest vor.

Ein Beispiel: Wolfgang Peschel bewirbt und vertreibt das 1.200 Jahre alte Spiel “Rhythmomacchie”, das dem bekannten Schach ähnelt, aber ein deutlich trickreicheres Regelwerk besitzt. Hintergrund des vor so langer Zeit in Italien zum Spiel entwickelten Konzeptes ist weniger der Kampf um Sieg und Niederlage sondern das Verständnis für Zahlen und Mathematik. Um gegnerische Steine schlagen zu können, sind nämlich eine Handvoll Berechnungen anzustellen. Näheres erklärt Peschel an seinem Spielestand, Rhythmomacchie verkauft er unter der Nummer 0664/ 264 73 42.

Sein Stand-Nachbar Matthias Liszt hat sein Würfel-Strategiespiel selbst entwickelt – und noch gar keinen Namen dafür. Bis er einen findet, nennt er es das “mystische Spiel”, in dem es Phönix- und Heldenfiguren gibt, die um die Vorherrschaft auf einem ebenfalls schachähnlichen Brett rittern. Nach Aussage des Spielentwicklers kann das Spiel sehr schnell zu Ende sein und es kann rau und brutal zugehen. Geschlagene Steine können in Liszts Spiel aber trotzdem sogar wieder zurückkehren.

Es darf weitergespielt werden

Wer das Wiener Spielefest versäumt hat, bekommt in Kürze noch einige Male Gelegenheit, die Würfel rollen zu lassen. Beispielsweise am kommenden Wochenende auf der Schallaburg bei Melk oder in der Liezener Ennstalhalle. Am 5. und 6. Dezember gastieren die Spiele dann in Graz.

„Für ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft der Spielebranche sind die Weichen jedenfalls gestellt“, betonte Mag. Ferdinand de Cassan, Obmann des Spielefest-Veranstalters IG Spiele. Und auch dem nächsten Vierteljahrhundert der Erfolgsveranstaltung sollte nichts im Wege stehen: der erste Schritt dorthin ist für 19. bis 21. November 2010 geplant.

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