“Das meiste am Kasten”: Wo ÖFB-“Piefke” Harnik die Nummer 1 im Team ist

Martin Harnik kommt stets mit einem Lächeln zum Nationalteam.
Martin Harnik kommt stets mit einem Lächeln zum Nationalteam. - © APA/Robert Jäger
Der gebürtige Hamburger und ÖFB-Team-“Exot” Martin Harnik schätzt das große Vertrauen in der österreichischen Nationalmannschaft.

Das ÖFB-Team ist nach den Erfolgen in der abgelaufenen EM-Qualifikation zu einer kleinen Wohlfühloase geworden. Das gilt vor allem für Spieler, die mit Misserfolgen einrücken. Teamchef Marcel Koller hat schon Kapitän Christian Fuchs oder Stürmer Marc Janko durch schwierige Zeiten geholfen. Auch im Camp in der Schweiz gilt es, einige Kicker mental wieder auf Vordermann zu bringen.

In den Wochen vor der EM in Frankreich lief es vor allem bei Martin Harnik und Florian Klein nicht nach Wunsch. Im Nationalteam ist das mit dem VfB Stuttgart abgestiegene Duo aber gesetzt. “Vertrauen ist fast das Allerwichtigste”, meinte Harnik. “Wenn man spürt, dass man nicht nach jedem Fehler ausgewechselt wird oder nicht spielt, tritt man ganz anders auf.”

Harnik: “Es ist einfach ein Traum, da mitspielen zu dürfen”

Harnik hat sich im ÖFB-Team zu einer fixen Größe entwickelt. Der gebürtige Deutsche gilt als Wortführer – wenngleich er ob seiner Herkunft per Eigendefinition “immer noch irgendwie der Exot in der Mannschaft” ist. “Ich bin und bleibe halt der Piefke”, sagte Harnik mit einem Grinsen. “Aber ich bin auch der, der jedes Sprichwort beherrscht – und die Aussprache. Ich bin der, der rhetorisch das Meiste am Kasten hat.”

Selbst die Kapitänsbinde hat Harnik bereits getragen. In bisher 56 Länderspielen für Österreich erzielte der Angreifer 14 Tore – zwei davon beim entscheidenden EM-Quali-Sieg im September in Schweden (4:1). Auch bei der Heim-EM 2008 war er bereits dabei. “Im Nachhinein habe ich sehr viele Dinge bereut. Damals war ich zu jung, um die Tragweite und die Wichtigkeit dieses Turniers zu erkennen”, sagte der 28-Jährige.

Mittlerweile schätze er die Gelegenheit deutlich mehr. “Es ist mit das Größte, was man als Fußballer erleben kann”, betonte Harnik. Das gilt seiner Meinung nach auch für die restliche Sportwelt. “Die Weltmeisterschaft, wobei ich Olympia da druntersetzen würde, und die Europameisterschaft sind das Allergrößte. Es ist einfach nur ein Traum, da mitspielen zu dürfen.”

Teamspieler zahlen Koller Vertrauen mit Leistung zurück

Harnik darf mit Einsätzen auf dem rechten Flügel rechnen, sein bisheriger Klubkollege Klein eine Etappe dahinter als Rechtsverteidiger. “Vertrauen muss man sich in erster Linie verdienen. Es gibt keinen Grund, etwas zu verändern nach dieser Qualifikation”, meinte Klein, der seinen Stammplatz in Stuttgart im Frühjahr verloren hat. Klein: “So etwas war in der Ära Koller schon öfter der Fall. Er hat jeden immer unterstützt.”

Auf Janko etwa vertraute Koller auch, als dieser bei vor zwei Jahren bei Trabzonspor auf dem Abstellgleis stand. Sogar aus Australien ließ er den Stürmer einfliegen, der danach mit sieben Quali-Toren maßgeblichen Anteil an der EM-Teilnahme hatte. Fuchs war im Vorjahr als Schalke-Reservist beim Teamchef ebenso unumstritten wie Torhüter Rober Almer als solcher bei Hannover 96.

Das Vertrauen gibt der Stammelf offensichtlich Sicherheit. “Man darf sich nicht darauf ausruhen, aber man sieht, dass wir es mit Leistung zurückzahlen”, meinte Harnik, der in Stuttgart nur zwei Ligatore erzielt hat – so wenige wie seit sechs Jahren nicht. Das ÖFB-Team hebt die Stimmung. Klein: “Wir sind nicht gerade die zwei Spieler, die mit den größten Erfolgen hier eingerückt sind. Aber sobald wir hier sind, ist ziemlich viel vergessen.”

(APA, Red.)

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