Cup-Semifinale: Niederösterreich-Derby der Überraschungsteams

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St. Pölten gastiert am Dienstag bei der Admira.
St. Pölten gastiert am Dienstag bei der Admira. - © APA/Herbert Pfarrhofer, APA/Hans Punz
Die Admira und St. Pölten kämpfen um ein Ticket für das Finale des ÖFB-Cups. Der letzte niederösterreichische Titelgewinn ist schon 25 Jahre her.

Die vor der Saison noch als Topabstiegskandidat gehandelte Admira kämpft im Saisonfinish an zwei Fronten um einen Europacupplatz. In der Meisterschaft fehlen den Südstädtern fünf Runden vor Schluss nur drei Punkte auf die drittplatzierte Wiener Austria. Und im Cup-Halbfinale haben sie am Dienstagabend (18:00, live auf ATV) Heimvorteil im NÖ-Derby gegen Erste-Liga-Spitzenreiter SKN St. Pölten.

“Das Cupfinale ist ein Riesenziel für uns”, betonte Admira-Cheftrainer Ernst Baumeister am Montag im Gespräch mit der APA. “Daneben haben wir aber auch die Chance, in der Meisterschaft noch Dritter oder Vierter zu werden. Das darf man auch nicht aus den Augen verlieren.” Da sich im zweiten Halbfinale am Mittwochabend der in der Meisterschaft mit sechs Punkten voranliegende Titelverteidiger Red Bull Salzburg und Rekord-Cupsieger Austria gegenüberstehen, könnte am Ende auch der vierte Bundesligarang schon für die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation reichen.

Admira-Coach Baumeister kennt die Stärken der St. Pöltner

Die Admira geht vor eigenem Publikum als Favorit ins Semifinale gegen die Gäste aus der Landeshauptstadt, die aktuell als Erste-Liga-Tabellenführer auf Bundesliga-Aufstiegskurs liegen, und erwartet daher das gewohnte Geduldspiel in der BSFZ-Arena. “Seit Mitte Herbst spielt bei uns bis auf Salzburg und Rapid jeder Gegner auf Konter”, erklärte Baumeister, dass er auch mit defensiven St. Pöltnern rechnet.

Gleichzeitig warnte der 59-Jährige vor den Stärken der “Wölfe”. “Sie sind sehr gefährlich, verfügen über eine gute spielerische Mannschaft mit guten Fußballern im Mittelfeld. Und vorne haben sie mit Segovia einen Mann, der vor allem mit dem Kopf bei jeder Standardsituation brandgefährlich und auch im Konter extrem stark ist”, betonte Baumeister, der den Halbfinalgegner mehrmals beobachten ließ.

Doch gerade die Personalie Segovia bereitete St.-Pölten-Trainer Karl Daxbacher, der als Aktiver über ein Jahrzehnt gemeinsam mit Baumeister bei der Austria gespielt und große Erfolge gefeiert hatte, Sorgen. “Er hat Magenprobleme”, erklärte der 63-Jährige am Dienstag auf APA-Anfrage. “Wir müssen jetzt das ärztliche Ergebnis abwarten.” Für den Fall einer Zwangspause seines Toptorjägers hat Daxbacher aber schon einen Plan bereit, mit dem man “den Gegner überraschen” könnte.

Baumeister vs. Daxbacher: “Da gibt es keinen Konfliktpunkt”

Dass ihm mit Baumeister ein alter Weggefährte gegenübersteht, mache das Spiel für ihn nicht speziell. “Wir freuen uns, wenn wir uns wiedersehen, haben immer ein sehr gutes und korrektes Verhältnis gehabt. Da gibt es keinen Konfliktpunkt. Nach dem Match wird der Verlierer dem Gewinner gratulieren”, meinte Daxbacher. Auch für Baumeister ist es “ein Spiel wie jedes andere, nur dass es eben ein Derby ist. Aber es wird sich wegen der 90 oder 120 Minuten, die dieses Spiel dauert, an unserem Verhältnis nichts ändern”, stellte der Admira-Trainer klar.

Daxbacher hatte die Admira am Samstag beim 1:1 im Heimspiel gegen Bundesliga-Schlusslicht Grödig “genauer beobachtet” und dabei nichts Überraschendes erlebt. “Sie haben sich das erarbeiten müssen, dass sich bis auf Salzburg und Rapid bei ihnen alle anderen hinten so reinstellen, das zeugt von Respekt”, betonte der Niederösterreicher, den vor allem der 4:0-Auswärtssieg der Admiraner über Rapid beeindruckte. “Wenn sie unter Druck sind und Räume haben, dann sind sie am stärksten, wie man gegen Rapid gesehen hat. Gegen vermeintlich schwächere Mannschaften, die taktisch gut organisiert sind, tun sie sich viel schwerer.”

St. Pölten will als Außenseiter überraschen

Und genau darin wittert Daxbacher die Chance auf die Sensation: “Als letzter Erstligist ist man im Semifinal-Konzert der Bundesligisten immer Außenseiter, aber wir werden alles versuchen, um ins Finale zu kommen.” Vor zwei Jahren schaffte St. Pölten zum ersten und bisher einzigen Mal den Einzug ins Cupendspiel in Klagenfurt, in dem die “Bullen” aus Salzburg mit 4:2 die Oberhand behielten.

Die Admira hält dagegen schon bei fünf Cupsiegen, wobei der bisher letzte bereits 50 Jahre zurück liegt. Die jüngste Finalteilnahme datiert aus dem Jahr 2009, als man noch als Zweitligist der Austria unter Coach Daxbacher 1:3 nach Verlängerung unterlag. Der bisher letzte niederösterreichische ÖFB-Cup-Sieger war der SV Stockerau, der 1991 als Zweitligist im Finale sensationell 2:1 gegen Rapid gewonnen hatte.

(APA, Red.)

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