Codename U.N.C.L.E. – Trailer und Kritik zum Film

Codename U.N.C.L.E. – Trailer und Kritik zum Film
Bei ihm sind Männer noch Kerle: In den Filmen von Guy Ritchie kann von Krise des vermeintlich starken Geschlechts keine Rede sein.

Bekannt wurde der 1968 geborene Brite mit ruppigen Gangsterkomödien wie “Snatch – Schweine und Diamanten” (2000), bevor er nach der Ehe mit Madonna mit den beiden “Sherlock Holmes”-Filmen durchstartete. Am Donnerstag kommt nun sein “Codename U.N.C.L.E.” in die Kinos.

Codename U.N.C.L.E. – Die Geschichte

Ritchie bleibt dabei seiner Linie treu: Zwei knallharte Agenten, die aber manchmal auch die Lizenz zum Schmunzeln haben, kämpfen in den guten alten 1960er-Jahren gegen ein ominöses Verbrechsyndikat, angeführt von einer diabolischen Frau. CIA-Mann Napoleon Solo (Henry Cavill, “Man of Steel”) und sein KGB-Kollege Illya Kuryakin (Armie Hammer, “The Social Network”) sollen sich zusammenraufen, um der verbrecherischen italienischen Millionärin Victoria (Elizabeth Debicki), die mit einer Atombombe droht, das Handwerk zu legen. Dieser sehr überschaubare Plot, angereichert mit etwas Nazigrusel und Sixties-Flair, basiert locker auf der amerikanischen TV-Serie “Solo für O.N.C.E.L” (1964-68).

Ritchies rasantes, aber simpel gestricktes Kino-Update besteht primär aus einer Reihe von Verfolgungsjagden: Da geht es zunächst mit dem Trabi durch das düstere Ost-Berlin, ein schräges Zweitakter-Ballett. Später rasen die Helden mit dem Sportboot durch südliche Gefilde, oder es geht mit Geländewagen und Cross-Motorrad durch unwegsames Gelände. Da spritzt der Matsch dann sehr pittoresk. Aber die Split-Screen-Sequenzen und atemlos schnellen Schnitte können über die Schlichtheit des Drehbuchs kaum hinwegtäuschen.

Codename U.N.C.L.E. – Die Kritik

Zwischen den sinnfreien PS-Capricen ähnelt “Codename U.N.C.L.E.” bisweilen einer Modeillustrierten aus den 60er-Jahren. Schrille Sonnenbrillen, poppige Pettycoats, braune Cordanzüge. Das alles ist ganz hübsch anzusehen, aber die biederen Hauptdarsteller bleiben einfach viel zu blass: Henry Cavill spielt den robusten Womanizer und Armie Hammer darf sich in eine ostdeutsche Automechanikerin (Alicia Vikander) verlieben. Aber die Ironie, die diese Agenten-Plotte erträglich machen würde, geht den beiden weitgehend ab. Als Lichtblick kommt Hugh Grant als CIA-Chef Waverly leider viel zu spät ins Spiel. Da blitzt dann endlich einmal britischer Humor auf.

Gewürzt hat Ritchie sein nostalgisches Männerabenteuer mit den scheinbar unvermeidbaren Nazizutaten. Wochenschaubilder vom Führer, und Sylvester Groth als diabolischer KZ-Arzt. Nur leider ist die Folterszene auf dem Zahnarztstuhl aus John Schlesingers “Marathon-Mann” (1976) mit Dustin Hoffman gestohlen. So bleibt am Ende leider das Gefühl, eine rasante Mogelpackung gesehen zu haben.

(APA)

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