Christina Stürmer wieder auf Tour

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Erstmals nach dem Riesenerfolg in Deutschland ist Christina Stürmer wieder in Österreich unterwegs. Die “Nie genug”-Tour startete am Mittwoch in Klosterneuburg. Der erste Eindruck: nicht ausverkauft – aber reife Leistung.

Die T-Shirts im Web-Shop von Christina Stürmers Internet-Seite haben eines gemeinsam: Es gibt sie ausschließlich in den Größen „Small” und „Medium”. Nebensache, möchte man denken. Doch dieses „kleine” Detail gibt vielleicht Antwort auf das, was sich Mittwoch Abend in der Klosterneuburger Babenbergerhalle beim Tournee-Auftakt der beliebten Chartstürmerin abgespielt hat. Als um 21 Uhr die ersten Takte von „Glücklich” aus den Boxen dröhnten, war das Gedränge in der 900 Besucher fassenden Halle nicht gerade lebensbedrohend. Die 800 angereisten Fans (Angaben der Veranstalter) erlebten jedoch einen souveränen Auftritt.

„Das hätt’ ich mir nicht erwartet”, sagt der Lenker des gratis Shuttle-Busses, der die „Christl”-Fans um 18.45 Uhr von der U-Bahn-Station Heiligenstadt nach Klosterneuburg bringen soll. Neben ihm eine rothaarige Frau, beide starren auf den Ausgang des Bahnhofes und können es nicht glauben. Kein einziger Fan ist da. „Mein Sohn ist schon zu Mittag rausgefahren, vielleicht sind die richtigen Fans schon seit Stunden dort”, mutmaßt die Dame, die sich nun doch als Fan entpuppt. Mit dem leeren Bus geht es Richtung Babenbergerhalle. Dort tummeln sie sich. Und man bekommt eine Ahnung, warum die T-Shirts in „Small” angeboten werden.

 

 

Es sind vor allem Eltern mit ihren Kindern, die vor der Halle warten. Die ist zwar schon geöffnet, aber es besteht kein Grund zur Eile. Vor der Bühne drängen sich lediglich etwa hundert Fans, der Rest der Halle ist noch leer. Ernst wird es erst gegen 20 Uhr, als die Vorgruppe „Josh Mars”, zweitplatziert beim Ö3-Soundcheck, die Bühne stürmen. Und laut losrocken. Erst vor einem Monat haben die vier ihren ersten Plattenvertrag bekommen, die Single „Superman” kann sich hören lassen. Doch die Fans wollen „Christiiina, Christiiina!”

Die Eltern werden langsam unruhig. Schließlich sind die Osterferien vorbei, morgen ist Schule. Dann kommt sie, Stofftiere fliegen, wer ein Kamerahandy hat, ist jetzt am Drücker. Christina Stürmer ist gut gelaunt, von der Schüchternheit ihrer ersten Konzerte vor drei Jahren ist nichts mehr zu spüren. Ebenso wenig von den massentauglichen Radio-Versionen der Hits wie „Ich lebe”, „Geh nicht wenn du kommst” oder „Liebt sie dich so wie ich”. Mit Oliver Varga, Hartmut Kamm (beide Gitarre), Gwenael Damman (Bass) und Klaus Pérez-Salado (Schlagzeug) hat Christina hervorragende Musiker gefunden, die den Pop-Songs eine ordentliche Dosis Hard-Rock verpassen.

Trotz des überwiegend minderjährigen Publikums erinnern die 90 Minuten keinen Moment an einen Kindergeburtstag. Die 23-Jährige wirbelt über die Bühne, scherzt mit den Fans, hat die Situation voll im Griff. „Nicht zu viel schreien, sonst bekommt man keinen Sauerstoff”, mahnt die erfolgreiche Sängerin gleich zu Beginn. „Wir wollen ja nicht die Rettung holen”, spielt Christina auf die Rettungseinsätze bei so manchem Tokio-Hotel-Konzert an.

Es folgen alle bekannten Hits, die – neu für die Bühne arrangiert – durch die Boxen dröhnen. Auch aus dem neuen Album, das im Herbst erscheinen soll, gibt es eine Kostprobe: „Sonne hinter dem Nebel” hat Hitchancen, ebenso wie der Song „Reine Nebensache”, die „Wohlstandskinder”-Sänger Honolulu Silver extra für Christina Stürmer geschrieben hat. Um 22.30 verklingen die letzten Takte von „Nie genug”. Ein Motto, das die Fans wohl erst lernen müssen. Denn die Stadthalle hätte Christina Stürmer mit ihrem Tour-Auftakt wohl nicht gefüllt.

TIPP: Mehr Termine auf der Christina-Website

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