China überrascht mit robusten Konjunkturdaten

Staatsplaner rechnet für 2016 mit Wachstum von 6,7 Prozent
Staatsplaner rechnet für 2016 mit Wachstum von 6,7 Prozent - © APA (AFP)
Neue Konjunkturdaten aus China deuten darauf hin, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft langsam wieder Fahrt aufnimmt. Wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte, sind die Erzeugerpreise im Dezember so schnell wie seit über fünf Jahren nicht mehr gestiegen. Die Preise auf Großhandelsebene machten im Vergleich zum Dezember des Vorjahres einen großen Sprung um 5,5 Prozent. 

Analysten, die im Durchschnitt mit einem Anstieg um nur 4,5 Prozent gerechnet hatten, werteten die Zahlen als weiteres Zeichen der Stabilisierung für die ins Stocken geratene Wirtschaft. Steigende Rohstoffpreise aber auch die enorme Nachfrage im Bausektor hätten zum Preisschub im Großhandel beigetragen. 

Auch die Verbraucherpreise zeigten sich im Dezember mit einem Anstieg um 2,1 Prozent robust. Angekurbelt durch den boomenden Wohnungsmarkt, die steigenden Infrastrukturausgaben und das Kreditwachstum ist Chinas Wirtschaft von Jänner bis September um 6,7 Prozent gewachsen, so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Xu Shaoshi, Chinas oberster Wirtschaftsplaner, sagte am Dienstag, dass er auch für das gesamte Jahr 2016 mit einem Wachstum von 6,7 Prozent rechnet. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Jahr legt Peking am 20. Jänner vor.

China mache laut Xu Shaoshi, der die Entwicklungs- und Reformkommission leitet, auch beim Abbau von Überkapazitäten im Kohle- und Stahlsektor Fortschritte. Überkapazitäten in Höhe von 295 Millionen Tonnen seien im Stahl- und Kohlesektor im vergangenen Jahr abgebaut worden. 800.000 Arbeiter hätten deshalb ihre Jobs verloren, von denen aber die meisten eine neue Beschäftigung gefunden hätten.

Neben der rasant steigenden Verschuldung von Unternehmen gelten Überkapazitäten in China als eines der größten Probleme der Wirtschaft. Die Regierung will einen weiteren Anstieg der ohnehin schon hohen Verschuldung von Unternehmen im Land verhindern. Man werde nicht zulassen, dass die Schuldenlast von Firmen außerhalb der Finanzbranche über die aktuellen Niveaus hinausgingen, sagte Xu Shaoshi. Deren Schuldenstand entspricht 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das Kreditwachstum sei nach internationalen Maßstäben “sehr schnell” gewesen. Obwohl die Binnenwirtschaft stabil sei, gebe es Probleme. Man werde aber sicherstellen, dass sich die Wirtschaft in vernünftigen Bahnen bewege.

In Erwartung, dass der Wirtschaftsboom in China immer weiter geht, haben viele Unternehmen viel mehr Fabriken gebaut und Arbeiter eingestellt, als eigentlich notwendig wären, um die Nachfrage zu decken. Laut Fachleuten müssen noch Millionen weitere Arbeiter in neue Jobs gebracht werden, bevor das Problem behoben ist. 

(APA/dpa/ag.)

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