Chef des Cafe Landtmann plant neues Kaffeemuseum in Wien

Berndt Querfeld plant ein neues Kaffeemuseum in Wien. Berndt Querfeld plant ein neues Kaffeemuseum in Wien. - © APA (Sujet)
Bald könnte es in Wien ein neues Kaffeemuseum geben, denn Berndt Querfeld, der das Cafe Landtmann gemeinsam mit seiner Mutter Anita Querfeld führt, will bestehende Wiener Sammlungen zusammenführen und ein Museum in der Nähe des traditionsreichen Ringstraßencafes etablieren.

Das Cafe befindet sich mittlerweile seit 40 Jahren im Besitz der Familie Querfeld. Anita Querfeld, die am Mittwoch ihren 75. Geburtstag feierte, will auch weiterhin Geschäftsführerin bleiben. Wenn sie sich einmal zurückzieht, kann sie das Cafe in Familienhände übergeben, denn zwei ihrer vier Kinder sind im Betrieb tätig. Konkrete Pläne zur Eröffnung eines weiteren Kaffeehauses gibt es im Moment nicht, eine Neuerung gibt es aber bei den Produkten: Ab März können Gäste die Edelweißtorte, ein rundes Törtchen mit Kirschmarzipan und rot-weiß-roter Schicht in der Mitte, zum Mitnehmen kaufen.

Geschichte des Cafe Landtmann

Seinen Namen hat die bekannte Institution von dessen Gründer Franz Landtmann, der das Cafe 1873 aufsperrte und laut Eröffnungsanzeige in “Wiens eleganteste und größte Cafe-Lokalität” lud. Im Jahr 1976 übernahm Anita Querfeld, die bis zu diesem Zeitpunkt Hausfrau war, das Kaffeehaus gemeinsam mit ihrem Mann Herbert, der in der Elektrobranche tätig war. Das Landtmann hatte damals kaum Gäste. “Es war eine Zeit des Kaffeehaussterbens und niemand sonst hat sich zugetraut, dieses riesengroße Kaffeehaus ohne Gäste zu übernehmen”, erzählte Anita Querfeld. Also stürzten sich die Quereinsteiger “über Nacht in das Kaffeehausabenteuer”. Über mehrere Jahre wurde das Kaffeehaus komplett renoviert und umgebaut. Die historischen Räume sollten restauriert werden und gleichzeitig eine moderne Atmosphäre erhalten bleiben.

Räumlich kamen im Jahr 2007 der Wintergarten – ein Glas-Stahl-Zubau – sowie 2012 die “Bel-Etage” genannten Veranstaltungsräume über dem Cafe hinzu. In die Instandhaltung und Erweiterung des Cafes werden im Schnitt jährlich 500.000 Euro investiert.

Neues Wiener Kaffeemuseum wird geplant

Gelegen in unmittelbarer Nähe von Burgtheater, Rathaus und Parlament ist das Landtmann Anlaufstelle für Politiker, Geschäftsleute und Journalisten. Studenten von der gegenüberliegenden Uni finden sich dagegen kaum in dem nicht gerade niedrigpreisigen Kaffeehaus. Nach wie vor würden vor allem Wiener das Cafe besuchen – “wir sind stolz darauf, dass wir kein Touristenkaffeehaus geworden sind”, sagte Anita Querfeld.

Die Familie Querfeld betreibt eine Reihe weiterer Innenstadtcafes – das Mozart, das Cafe Museum und eine Dependance in der Hofburg – sowie drei Kaffeehäuser in Schönbrunn und das australische Pub Crossfield’s hinter der Staatsoper. Die Mehlspeisen werden in einer eigenen Konditorei in Alt Erlaa produziert. Konkrete Pläne, ein weiteres Cafe zu eröffnen, gebe es im Moment keine, sagte Berndt Querfeld. Er habe aber ein Auge auf einige traditionelle Kaffeehäuser, wenn diese einmal zum Verkauf stehen sollten. Noch unklar ist vorerst auch, wann und wo das Kaffeemuseum entstehen soll. Noch befinde man sich bei der Standortsuche, hieß es.

Noch heuer soll aber jedenfalls der Landtmannsaal, in dem häufig Pressekonferenzen stattfinden, umgebaut werden – und zwar im Geiste des Gründers Franz Landtmann im Stil eines “Grand Cafes” mit modernerem Design. Einen Vorgeschmack dafür liefere das Cafe Museum, das als modernes Cafe, das dennoch die Tradition des Wiener Kaffeehauses bewahre, eingerichtet wurde, so Querfeld.

(apa/red)

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