Causa Harvey Weinstein: Neue Enthüllungen und Details von Rose McGowan

Rose McGowan hat die Bewegung “MeToo” mit ins Leben gerufen. In einem neuen Buch rechnet sie mit Weinstein und Hollywood ab. Und erklärt im Interview mit der AP, warum Opfern sexueller Übergriffe nun eher zugehört wird.

Rose McGowan war eine der ersten Frauen, die Weinstein Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten, und den mächtigen Filmproduzenten damit seinen Job kosteten.  Die Schauspielerin hat jetzt ihre Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein  bekräftigt, den sie im Interview aber nie namentlich nennt. “Hör’ auf zu sagen, das sei einvernehmlich gewesen, du Schwein!”, sagte sie am Mittwoch an ihn gewandt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Er wisse, dass das nicht wahr sei – Wahrheit und Realität seien auf ihrer Seite.

Neue Enthüllungen

Zuvor hatte Rose McGowan im Interview mit “ABC Nightline” berichte, wie sie “das Monster” zu Oral-Sex genötigt habe und schwere Vorwürfe erhoben. “Er ist ein internationaler Vergewaltiger, okay? Das ist die Wahrheit”, sagte McGowan. Der gefallene Hollywood-Produzent habe “eine internationale Vergewaltigungsmaschine” betrieben und viele Leute hätten Weinstein geholfen um seine Vergewaltigungen durchzuführen und zu vertuschen.

Weinstein widerspricht der Darstellung

Der Filmproduzent – für den die Unschuldsvermutung gilt – hatte am Mittwoch eine E-Mail veröffentlicht, die angeblich von McGowans früheren Manager stammen soll und der zufolge die Schauspielerin den Sex als einvernehmlich dargestellt habe. McGowan sagte als Reaktion darauf, dies sei nur ein weiterer Versuch, sie zu verleumden.

Detaillierte Schilderung

In ihrer Autobiografie “Brave” erzählt die Hollywoodschauspielerin detailliert , wie sie Harvey Weinstein zu Sex genötigt habe. “Er war die hässlichste Person, die ich in meinem ganzen Leben je gesehen habe”, so McGowan die den beleibten Produzenten ein “soziopatisches Raubtier” und ein “Warzenschwein aus der Hölle” nennt. Weinstein habe sie zum Whirlpool gelockt und dort gegen ihren Willen Oralsex an ihr durchgeführt, während er selbst dazu masturbierte. “Ich war vor Schock wie erstarrt. Er stöhnte laut. Durch meine Tränen hindurch sah ich sein Sperma, das oben auf den Wasserblasen schwamm”, so McGowan in ihrer . Sie habe schliesslich einen Orgasmus vorgetäuscht, damit Weinstein von ihr ablässt und sei dann aus dem Zimmer gerannt.

Hayek: “Er war mein Monster!”

Auch Schauspiel-Kollegin Salma Hayek hatte berichtet, wie Harvey Weinstein sie sexuell belästigte. “Er war mein Monster!” Sie habe immer wieder Nein sagen müssen: “Nein, ihm zu jeder nächtlichen Stunde die Tür zu öffnen, Hotel für Hotel, Drehort für Drehort. Nein, mit ihm zu duschen. Nein, dass er mir beim Duschen zuschaut. Nein, dass er mich massiert. Nein, dass er mir Oralsex macht. Nein, dass ich mich zusammen mit einer anderen Frau vor ihm ausziehe.” Weinstein ließ gegenüber dem People-Magazin die Angaben der Schauspielerin dementieren.

Memoiren von Rose McGowan

Schauspielerin und Aktivistin Rose McGowan ist unter anderem aus der Serie “Charmed – Zauberhafte Hexen” bekannt. Die 44-Jährige veröffentlichte in dieser Woche drei Projekte, ein Musikalbum (“Planet 9”), eine Doku-Serie (“Citizen Rose”) und Memoiren unter dem Titel “Brave” (Tapfer). In dem Buch schildert sie auch ausführlich den mutmaßlichen Übergriff Weinsteins vor 20 Jahren in einem Hotel. Diesen bezeichnet sie als “das Monster”.

War traumatisierend

Mit Blick auf die Bewegung “MeToo” sagte McGowan in dem Interview, sie sei die Architektin gewesen. Ihr Buch wäre niemals auf taube Ohren gestoßen – sie hätte zunächst “Hollywoods Propaganda-Maschine zerstören” müssen. Ihr Fall sei nicht der eines ersten Opfers, das öffentlich gesprochen habe, sondern sie habe bewusst gehandelt. “Das war ich hinter den Kulissen.” Das Aufschreiben ihrer Geschichte sei aber traumatisierend gewesen. Jeder habe währenddessen gedacht, es sei befreiend für sie. Doch sie habe aber immer entgegnen müssen: “Noch nicht. Ich warte noch auf den Tag.”

McGowan kritisiert “Time”

Auch auf das Magazin “Time” ging McGowan ein, das die Frauen, die “MeToo” gestartet hatten, als Personen des Jahres ausgezeichnet hatte. Sie kritisierte den Titel der Ausgabe, “The Silence Breakers” (etwa: Diejenigen, die das Schweigen brechen). “Als ob wir alle auf einmal den Mumm gehabt hätten, zu reden. Nein (…), ihr hattet alle den Mumm, zuzuhören.”

“Brave” (“Mutig”) – die Autobiografie von Rose McGowan

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