Catastrophe & Cure live: Bittersüße Klänge im Wiener WUK

Von Amina Beganovic
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Konzert von Catastrophe & Cure im Wiener WUK.
Konzert von Catastrophe & Cure im Wiener WUK. - © Vienna.at
Sie sind keine jungen Männer der großen Worte. Macht nichts, denn ihr Sound spricht genug für sich: Am Mittwochabend gastierte die oberösterreichische Band Catastrophe & Cure live im Wiener WUK. Bittersüß, energiegeladen, einfach gut.

Es gibt manche Bands, denen gelingt es – was sie anpacken, wird über kurz oder lang zu etwas richtig Schönem.

Catastrophe & Cure sind ein Paradebeispiel dafür. Im Herbst 2012 ist den damaligen Newcomern aus OÖ der FM4-Dauerhit „Shipwreck“ gelungen, im Jahr darauf gewannen sie prompt den Amadeus FM4-Publikumsaward. 2012 brachten sie in ihr erstes Album „Like Crazy Doves“ heraus – eine Platte, die bewies, das „Do It Youself“-Alben von Bands oftmals die authentischeren Werke werden können.

Der Erfolg sprach für sich, der Sound von Catastrophe & Cure wurde auch abseits der klassischen FM4-Hörerschaft immer freudiger gehört. Also legten die sechs jungen Herren nach – und auch dieser Streich gelang: Im April 2015 folgt nach zwei Jahren das zweite Album „Undeniable/Irresistible“.

Wenig Worte, viel Gefühl: Catastrophe & Cure

Das zeigte ihr Konzert am Mittwochabend im (zwar nicht ausverkauften, aber immerhin gut gefüllten) Wiener WUK. Nach dem stimmungsvollen Opener-Act Ford Madox Ford (übrigens ebenfalls sehr reinhörenswert!) huschten die sechs Musiker kommentarlos und nur von rhythmischem Getrommel begleitet auf die Bühne. Da fielen keine großen Worte, da wurde einfach drauflos gespielt. Sänger und Frontmann Johannes Eder gab eingangs höchstens ein kurzes „Vielen Dank“ von sich, gefolgt von einem schüchternen Lächeln.

Viel Gerede war auch nicht nötig. Songs wie „Like Crazy Doves“, „As The Leaves Fall Down“, “Nobody’s Fault But Mine” und das vielschichtig-schöne „Undeniable/Irresistible“ rissen das Publikum von selbst in ihren Bann. Dass die Lieder nun verstärkt eine elektronische Note bekommen haben, macht das Soundgebilde noch interessanter, insbesondere in Kombination mit Sebastian Kargls Cello. Das Publikum reagierte nicht mit ekstatischem Gehüpfe, sondern vielmehr mit verträumtem Augenschließen, auch mitgesungen wurde fleißig. „Wenn uns das damals mit 17 jemand gesagt hätte, dass wir heute hier stehen würden, hätten wir gesagt ‚ Schaas‘ niemals!‘ Und jetzt seid ihr alle hier – vielen vielen Dank“, zeigte sich Eder sichtlich gerührt.

Fazit: Einen stimmungsvolleren Auftakt in den frühen Wiener Konzertsommer hätte man sich wohl nicht wünschen können. Catastrophe & Cure bewiesen aufs Neue, dass auch sie in die Riege der aktuell boomenden österreichischen Erfolgspopbands bitte gerne unbedingt eingereiht gehören – verdient haben sie es allemal.

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