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25. Juni 2012 15:02; Akt.: 25.06.2012 15:02

Carl Schuch vom 26. Juni bis 14. Oktober im Belvedere

Ab Dienstag sind Werke von Carl Schuch im Belvedere ausgestellt. Ab Dienstag sind Werke von Carl Schuch im Belvedere ausgestellt. - © Belvedere, Wien
Am Dienstag beginnt im Unteren Belvedere die Carl Schuch-Ausstellung. Der Maler sei wenig bekannt, aber ein “Gigant der mitteleuropäischen Malerei”, der “immer wieder durch den Radar der Kunstgeschichte gerutscht ist”.

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“Langersehnt” sei diese Präsentation gewesen, betonte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco bei der heutigen Pressekonferenz. Schuch (1846-1903) wird in seiner malerischen Entwicklung und auf Augenhöhe mit Zeitgenossen wie Cezanne oder Courbet gezeigt.

Carl Schuchs Bilder wurden zu Lebzeiten nicht ausgestellt

Einer der Gründe für Schuchs vergleichsweise geringe Bekanntheit: Zu Lebzeiten wurden nur zwei Bilder von ihm ausgestellt. “Er war vermögend, er hatte es nicht nötig auszustellen”, erklärte Kurator Stephan Koja. Darüber hinaus war sein Eigenanspruch so hoch, dass ihm kaum etwas gut genug schien. Er lernte und lernte. Zwei Jahre gab er sich, nur um das Thema “hell-dunkel” zu studieren, bei allem was er sah, machte er sich Notizen und Skizzen, an viele Motive wagte er sich erst, wenn er die Details genügend geübt hatte. Das Werk eines “in höchstem Maße demütig Lernenden” fasziniert Koja ebenso wie die Schar der Schuch-Sammler, die die Ausstellung großzügig mit Leihgaben bestückt haben.

Seit 25 Jahren gab es keine umfangreiche Schuch-Ausstellung

Das Belvedere selbst ist im Besitz von 17 Werken und eines Notizbuchs des Wiener Malers, ihren Höhepunkt erreichte seine Beliebtheit in der Zwischenkriegszeit. Damals richtete Museumsdirektor Franz Martin Haberditzl einen ganzen Schuch-Saal im Oberen Belvedere ein. Nun liegt die letzte umfangreiche Ausstellung (in Mannheim) mehr als 25 Jahre zurück. Mit mehr als 100 Arbeiten, zahlreichen Porträts und Selbstporträts des Künstlers, mit Skizzen, Notizen und Referenzwerken von Cezanne, Courbet, Delacroix oder Leibl wird in der aktuellen Schau der erste Schritt gesetzt, “Schuch wieder international zu positionieren”.

 Schuch gilt als “begnadeter Kolorist”

Stillleben, Porträts, Landschaften – Carl Schuch wollte sich perfektionieren, wie die häufige Wiederholung einzelner Motive zeigt. Was er, vor allem in seinem Spätwerk, erreichte, war eine ungeheure Souveränität des Pinselstrichs, der das Spiel mit Licht und Schatten, mit Kontur und Kontrast ins bis Kleinste geübt hat. Mehr noch war Schuch ein “begnadeter Kolorist”, wie Koja betonte, dessen Farbpalette ein Maximum an Verfeinerung aufweist. Vor allem in den späten Werken, wenn die strenge Naturabbildung immer wieder in leicht abstrakte Formen entgleitet, fühlt man sich stark an Cezanne erinnert – den der Kosmopolit Schuch allen Informationen nach nicht gekannt hat.

Die Ausstellung  “Carl Schuch. Ein europäischer Maler” hat vom 26. Juni bis 14. Oktober 2012 täglich 10 bis 18 Uhr (Mittwoch bis 21 Uhr) geöffnet.



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