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Cairo Time

Cairo Time
Wenn in Hollywood die großen Gefühle auf die Leinwand kommen, dann sind sie häufig nicht zu übersehen.  Der Film “Cairo Time” funktioniert dagegen nicht so. Und gerade deshalb gelingt ihm, was selten passiert im Kinofilm: die Darstellung von Gefühlen, die so echt wirken, dass der Zuschauer eine Gänsehaut bekommt. Ab Freitag im Kino.

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“Cairo Time” erzählt die Geschichte einer erfolgreichen, unabhängigen Frau, die in einem fremden Land von ihren Gefühlen überrascht wird und sich selbst und das Leben von einer völlig neuen Seite kennenlernt. Die US-amerikanische Modejournalistin Juliette (Patricia Clarkson) – Mutter zweier erwachsener Kinder – reist in die ägyptische Hauptstadt Kairo, um dort mit ihrem Mann Mark (Tom McCamus) Urlaub zu machen. Der arbeitet für die Vereinten Nationen im Gaza-Streifen und will seine Frau im Nachbarland treffen, das Paar hat sich lange nicht gesehen. Doch Mark wird aufgehalten und Juliette findet sich allein in der Metropole wieder, hat mit der Zeitverschiebung zu kämpfen und fühlt sich verloren in der fremden Kultur.In dieser Situation wendet sie sich an Tareq (Alexander Siddig), einen ehemaligen Kollegen und guten Freund ihres Mannes, der inzwischen das Kaffeehaus seines Vaters in Kairo übernommen hat. Er nimmt sie an die Hand und zeigt ihr den Zauber der Stadt – und den Zauber einer neuen Liebe. Denn die beiden fühlen sich mehr und mehr zueinander hingezogen.

Die Gefühle, die sich zwischen den beiden zurückhaltenden Menschen im besten Alter entwickeln zeigt Regisseurin und Drehbuchautorin Ruba Nadda (“Sabah”) vorsichtig und behutsam in kleinen Gesten und Blicken, die mehr sagen, als ein leidenschaftlicher Kuss. “Ruba hat so viel Anmut und Anstand beim Filmemachen”, sagt Hauptdarstellerin Patricia Clarkson im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Vor allem aber sie selbst – die ewige Nebenrollen-Darstellerin aus Filmen wie “Vicky Cristina Barcelona” oder “Shutter Island” – ist der Grund für die Faszination, die von diesem Film ausgeht. Denn sie spielt schier umwerfend. Es gelingt ihr, all die Gefühle ihrer Figur – einer Frau, die nicht unglücklich, aber stets von einer Aura der Melancholie umgeben ist – in nur einen Blick zu legen. “Die Rolle war eine der schwierigsten, die ich jemals gespielt habe”, erzählt Clarkson. “Juliette und Tareq sind sich sehr ähnlich. Sie sind beide sehr zurückhaltend und ihre Liebesgeschichte ist so speziell und vorsichtig, weil die beiden einfach so sind.”

Und so zeigt Regisseurin Nadda das Paar in großartigen Bildern und goldenem Licht vor allem auf langen Spaziergängen – versunken in Gespräche. Damit ähnelt “Cairo Time” dem wunderbaren Film “Before Sunrise”, in dem Ethan Hawke und Julie Delpy Mitte der 90er nach einem zufälligen Treffen im Zug einen unvergesslichen Tag in Wien erleben.

In “Cairo Time” kommt zu diesem Konzept noch der Zauber der fremden Kultur und die Tatsache, dass die Protagonisten keine 20 mehr sind. Ein Wagnis in Zeiten, in denen die Hauptdarsteller großer Liebesgeschichten meist jung und die großen Gefühle dem Publikum oft mit dem Holzhammer eingeprügelt werden sollen. Aber ein Wagnis, das sich in jedem Fall gelohnt hat. (APA)

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