C&A mit neuem Konzept: Wiedereröffnung in Wien-Meidling

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In Wien-Meidling eröffnet die umgestaltete C&A-Filiale.
In Wien-Meidling eröffnet die umgestaltete C&A-Filiale. - © C&A
Mit einer Filialmodernisierung und dem Fokus auf Biobaumwolle will  C&A der Billigkonkurrenz den Kampf ansagen. In Österreich renoviert C&A heuer zunächst sechs Filialen für 10 Mio. Euro.

Diskonter wie Primark drücken mit schnell wechselnden Kollektionen (“Fast Fashion”) die Preise und lassen Branchenumsätze schrumpfen.

Als zweitgrößter Bekleidungshändler in Österreich kämpft C&A schon seit Jahren mit Konkurrenz durch H&M, Zara, Primark & Co, konnte aber bisher seinen Marktanteil von rund 8,5 Prozent halten. Der C&A-Nettoumsatz in Österreich sank im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 410 Mio. Euro – nach 414 und 417 Mio. Euro in den Jahren davor. Der Jahresgewinn erhöhte sich leicht von 6,4 auf 6,6 Mio. Euro.

Renovierte C&A-Filiale in Meidling eröffnet

Am Donnerstag eröffnet die erste um 2,7 Mio. Euro renovierte C&A-Filiale in Wien Meidling. Zwei modernisierte Standorte in Dornbirn und Innsbruck folgen noch im März. “Ziel der Neugestaltung ist es, das Einkaufserlebnis bei C&A noch individueller, angenehmer und attraktiver zu machen”, sagte C&A-Österreich und -Osteuropachef Norbert Scheele am Mittwoch vor Journalisten in Wien. C&A will mit dem Filialumbau auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren und sich stärker von Textildiskontern abgrenzen. “Der Markt ist sehr umkämpft”, so der C&A-Österreich-Chef.

Für das neue Ladenkonzept wurden weltweit 20.000 Kunden befragt. Durch eine neuartige Beleuchtung und mehr Tageslicht soll eine angenehmere Atmosphäre und eine bessere Produktpräsentation geschaffen werden. Größere Umkleidebereiche, kostenloses WLAN und Spiel- und Erlebniszonen für Kinder sollen auch mehr Kunden anlocken. Das Filialkonzept wurde zuerst in Belgien und Deutschland getestet.

Filialmodernisierung in sechs Geschäften

Der Fokus der Filialmodernisierung liegt auf Frauen: Rund 50 Prozent der C&A-Erlöse entfallen auf das Frauensegment, 30 Prozent auf das Männersortiment und 20 Prozent auf den Kinderbereich. Rund drei Viertel der Kaufentscheidungen bei C&A werden von Frauen getroffen, schätzt der Textilhändler. Über den Umsatzanteil des Online-Geschäfts hüllt man sich hingegen in Schweigen, die Zuwachsraten sollen laut dem C&A-Österreich-Chef aber “sehr steigend” sein. Vor allem online bestellen und in der Filiale anprobieren und abholen (“Click & Collect) sei sehr beliebt. Der Online-Anteil am heimischen Textilmarkt soll laut Branchenkennern schätzungsweise 15 Prozent betragen, genaue Zahlen dazu gibt es aber nicht.

Die Produktions- und Arbeitsbedingungen von Textilfabriken in Entwicklungsländern und Schwellenländern werden oftmals von NGOs kritisiert. C&A lässt vor allem in Bangladesch, China, Indien, Türkei, Kambodscha und Türkei produzieren. Um unter anderem die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und andere Vereinbarungen mit Lieferanten zu überprüfen, hat C&A im Jahr 1996 die “Service Organisation for Compliance Audit Management” (SOCAM) gegründet. C&A hat sich außerdem globale Nachhaltigkeitsziele bis 2020 gesetzt, um die Produktion, die Lieferkette und die Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen nachhaltiger zu gestalten. Das Endfertigungsland ist bei C&A nicht im Etikett angeben, auf der Webseite werden aber seit vergangenem Jahr die einzelnen Textilproduzenten genannt. C&A ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Verwendung von Biobaumwolle und rund 40 Prozent des Sortiments entfällt auf Biobaumwolle. Textilien mit Biobaumwolle kosten in der Produktion laut Konzernangaben rund 5 bis 10 Prozent mehr.

C&A verfügt in Österreich über 134 Filialen und beschäftigt 2.116 Mitarbeiter.

(APA/Red)

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