Bundeskanzleramt plant Adaptierung in Museumsordnungen

Die Regeln der Ausschreibung werden künftig festgeschrieben
Die Regeln der Ausschreibung werden künftig festgeschrieben - © APA
Im Zuge einer Klarstellung in der Museumsordnung soll künftig festgeschrieben werden, dass sämtliche Leitungsfunktionen in den Bundesmuseen ausgeschrieben werden müssen. Das sagte Jürgen Meindl, Leiter der Kunst- und Kultursektion des BKA (Bundeskanzleramt), am Mittwoch. Anlass ist die ohne Ausschreibung erfolgte Bestellung von Christian Schicklgruber zum künftigen Leiter des Weltmuseums Wien.

Hintergrund ist, dass Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums, ursprünglich eine internationale Ausschreibung für den Posten des scheidenden Weltmuseum-Direktors Steven Engelsman geplant hatte. Nach der Kür ihres Nachfolgers Eike Schmidt habe sie jedoch darauf verzichtet, um den neuen Generaldirektor des KHM nicht zu präjudizieren, wie sie am Dienstag im APA-Gespräch sagte. Daher habe man sich entschlossen, Engelsmans Stellvertreter, den Ethnologen Christian Schicklgruber, ab Jahresbeginn 2018 für drei Jahre zum Direktor des Weltmuseums zu bestellen.

Diese Entscheidung führte laut “Kurier” das BKA dazu, die Regeln zu Ausschreibungen künftig festzuschreiben. Grundsätzlich ist eine ausgelagerte Institution derzeit nicht zur Ausschreibung verpflichtet. Sektionschef Meindl verwies jedoch auf positive Beispiele, wonach diese Ausschreibungen in zahlreichen Institutionen bereits Praxis seien. So habe etwa Johanna Rachinger, Chefin der Nationalbibliothek, die Leitung des der ÖNB angegliederten “Haus der Geschichte Österreich” sehr wohl ausgeschrieben. Im Sinne der Transparenz solle dies nun auch in den Museumsordnungen festgeschrieben werden, die Meindl in den kommenden Wochen adaptieren will.

Im Zuge der jüngst angestoßenen Reform der Bundesmuseen sollten die für jedes einzelne Haus bestehenden Verordnungen ohnehin “gebündelt und gestrafft” werden, so Meindl gegenüber der APA. Meindl will die Causa in jedem Fall bei der kommenden Direktorenkonferenz im November besprechen.

(APA)

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