Brutal – genial: Der mörderische Game-Doppelpack “Dishonored 2” im Test

Von Meffex
In "Dishonored 2" geht es schon mal übernatürlich in den Kampf.
In "Dishonored 2" geht es schon mal übernatürlich in den Kampf. - © Screenshot
Die Stealth-Action-Überraschung „Dishonored“ hat nach vier Jahren einen würdigen Nachfolger erhalten: Diesmal gibt’s sogar die doppelte Ladung steampunkigen Nervenkitzels! Der Ländle Gamer verrät, warum sich das kein Controller-Schleichakrobat entgehen lassen darf.


(PC, PS4 & Xbox One) Happy Ends dauern in der Welt der Video-Games meist so lange, bis sich ein Sequel auszahlt. Nun ist es auch für „Dishonored“ so weit: Im zweiten Teil kehren die Spieler erst zurück nach Dunwall, dann geht’s rasch in die Hafenstadt Karnaca – dem Haupt-Setting des Games.
15 Jahre sind seit dem ersten Abenteuer vergangen, als Gamer in der Rolle von Leibwächter/Meuchelmörder Corvo Attano die Thronfolgerin (und Corvos Tochter) Emily Kaldwin gerettet haben. Emily hat inzwischen den Kaiserthron bestiegen, mit Corvo als Unterstützung. Allerdings währt das kaiserliche Glück nur kurz, eine fiese Tante und ein Staatsstreich zwingen Papa und Tochter in den Untergrund zu gehen. Von dort muss eine Verschwörung aufgeklärt und die Ordnung im Staate wiederhergestellt werden.

Im Unterschied zum ersten Game hat man so gleich zwei Protagonisten zur Auswahl: Die gestürzte Jungkaiserin Emily oder den Veteran Corvo. Man muss sich allerdings bereits zu Beginn der Story recht endgültig zwischen denen beiden entscheiden, Wechsel sind nicht vorgesehen. Beide erkunden zwar die gleichen Schauplätze, unterscheiden sich allerdings in ihren Fähigkeiten. Je nach Vorgehen des Spielenden – gewaltfrei getarnt oder offen brutal – gibt es pro Spielfigur auch noch verschiedenen Enden. So gesehen lohnt sich nicht nur ein erneutes Durchspielen.

In „Dishonored 2“ gibt’s grandios viel zu sehen: Die Welt strotzt nur so vor Details und fein ausgearbeiteten Ideen – so soll eine retro-futuristische Welt aussehen! Viele Kleinigkeiten erzählen Geschichten und machen die Welt, zusätzlich zu ihren Bewohnern, lebendig und erlebbar. Leider kann die Story nicht ganz mit der Qualität der Spielwelt mithalten, was aber letztlich nicht weiter stört, das Gameplay versöhnt großflächig.

In der gut zehn Stunden langen Kampagne müssen sich Emily und Corvo schleichend bzw. kämpfend an ihre Ziele heranarbeiten. Brachiale Rambo-Action funktioniert allerdings nur auf Schwierigkeitsstufe „Leicht“, darüber hinaus sind die Wachen zu gut organisiert und das Abenteuer hat ein jähes Ende. Wer überdies zu grobschlächtig vorgeht, wird vom Game mit einem hohen Chaos-Faktor beurteilt und bekommt die Quittung mit einem entsprechenden Ende. Das ist aber nur eine Facette, wie „Dishonored 2“ die spielerische Freiheit groß schreibt. Gerade die großen Areale bieten unzählige verschiedene Wege, die dank der Teleport-Fähigkeiten der beiden Helden erkundet werden können. Allerorts warten Geheimgänge, aber auch clevere Gegner. Und wenn Stealth keine Option (mehr) ist, hilft ein gut sortiertes Waffenarsenal mit Schwert, Pfeilen, Pistolen oder Granaten.

Es empfiehlt sich trotzdem der geschickte Einsatz der übernatürlichen Fähigkeiten von Emily und Corvo. Assassine Corvo verfügt mit Rattenschwärmen, Besessenheit und Zeitmanipulation über ähnliche Fähigkeiten wie zuvor, Emily kann zu einem Schattenwesen werden, Gegner hypnotisieren und besiegt diese im Rudel mit einem Domino-Effekt. Die upgradebare Skill-Auswahl lädt zum Experimentieren ein, immer wieder mit beeindruckenden bis überraschenden Ergebnissen. Wer will, kann aber auch ganz auf Magie verzichten. Zusätzlich gibt’s jede Menge nützliche Gadgets und Knochenartefakte mit kleineren Boosts. Hier kann sich jeder nach Belieben austoben.

Fazit: All das, was in Teil 1 schon gut war, wurde nun perfektioniert und auf ein neues Level gehoben. Spielwelt und Gameplay sind in „Dishonored 2“ erste Sahne, auch wenn die Story nicht ganz den großen Ansprüchen genügt. Aber: Wer auch nur im Ansatz Stealth-Action-Titeln etwas abgewinnen kann, ist hier allerbestens aufgehoben. Klares Must-Have!

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