Broadway Therapy – Trailer und Kritik zum Film

Broadway Therapy – Trailer und Kritik zum Film
Wirre Zufälle und pikante Geheimnisse führen den charmanten Cast von Owen Wilson über Jennifer Aniston bis Rhys Ifans in “Broadway Therapy” zusammen.

Erstmals seit 2001 hat Altmeister Peter Bogdanovich bei einem Kinospielfilm Regie geführt – und beschwört in seiner freitags anlaufenden Screwball-Komödie das alte Hollywood herauf. Die Magie von einst will aber ebenso wenig zünden wie die Gags.

Broadway Therapy  – Die Geschichte

Arnold (Owen Wilson) verbindet seine soziale Ader gerne mit hübschen Frauen: Der verheiratete Theaterregisseur hat die Angewohnheit, Callgirls mit einer Finanzspritze zu Größerem anzuspornen. So auch Nachwuchsschauspielerin Izzy (Imogen Poots), die ihm eines Nachts in New York derart den Kopf verdreht, dass sie von Arnold 30.000 Dollar erhält, um den Job als Escort-Dame an den Nagel zu hängen. Als die Beschenkte am nächsten Tag ausgerechnet beim Casting für Arnolds neues Broadway-Stück auftaucht, ist das nur der Beginn eines verhängnisvollen Gewirrs.

Denn die Hauptrolle im Stück spielt Arnolds Ehefrau Delta (Kathryn Hahn), die von der Bewerberin ebenso angetan ist wie Co-Darsteller Seth (Rhys Ifans), der den Seitensprung im Hotel zufällig mitbekommen hat, sowie Bühnenautor Joshua (Will Forte). Dieser lädt Izzy sogleich zum Abendessen ein – und stößt damit seine Freundin Jane (Jennifer Aniston) vor den Kopf, ihres Zeichens Izzys herrische Therapeutin. Deren aktuell anstrengendster Kunde wiederum ist ein gealterter Richter (Austin Pendleton), der seit einer gemeinsamen Nacht von Izzy besessen ist und ihr einen Privatdetektiv, zufällig Joshuas Vater, an den Hals hetzt. Als am selben Abend sämtliche Beteiligte dasselbe italienische Restaurant an der 5th Avenue aufsuchen, laufen alle Stränge erstmals zusammen. Und beim sich schon bald entfaltenden Chaos stehen neben diversen Beziehungen auch eine Broadway-Produktion und Izzys Karriere auf dem Spiel.

Broadway Therapy  – Die Kritik

Reich an konstruierten Zufällen, knallharten Ohrfeigen, filmgeschichtlichen Insider-Witzen und Seitenhieben auf den kommerzialisierten Broadway ist Peter Bogdanovichs erster Kinospielfilm seit dem nur mäßig erfolgreichen Drama “The Cat’s Meow” 2001 mit Kirsten Dunst. Auch diesmal gelingt es dem 76-Jährigen nicht, an frühe Erfolge wie “Die letzte Vorstellung” (1971) oder “Is’ was, Doc?” (1972) anzuschließen – altfadrisch statt nostalgisch und wie aus der Zeit gefallen wirkt “Broadway Therapy”; vermag weder die Magie des glorreichen alten Hollywoods noch das bunte, moderne New York einzufangen. Die Verstrickungen sind eher hektisch und mühsam denn lustig und frisch, und so kommt die Handlung nicht so recht in Fahrt und der an sich starke Cast nie zum Strahlen.

Einzig Jennifer Aniston, deren Jane als Mitmensch wie auch als ständig ihre ärztliche Schweigepflicht vernachlässigenden Therapeutin eine absolute Katastrophe ist, sticht positiv heraus. Der britischen Nachwuchsschauspielerin Imogen Poots mutet Bogdanovich hingegen zu viel zu: Sie muss als unbedarfte Izzy, deren Interview mit einer Reporterin den Rahmen zur quasi in Rückblenden erzählten Handlung setzt, den Film zu großen Teilen alleine tragen – und das gänzlich ohne die Präsenz einer Audrey Hepburn, von der sie ausgiebig schwärmt, sowie im Original mit unerträglich falschem New Yorker Akzent, wie US-Kritiker bemängeln.

Neben Hepburn kommt auch ein anderer Großer der Filmgeschichte, Ernst Lubitsch, zu Ehren: So macht sich Arnold bei der Bezirzung der Frauen Ernst Lubitschs kultigen Spruch aus “Cluny Brown” (1946) zu eigen, wonach man auf der Suche nach seinem Platz in der Welt das tun soll, was sich für einen richtig anfühlt – auch wenn das etwa heißt, im Park “die Nüsse mit Eichhörnchen zu füttern”, und nicht umgekehrt. “Squirrels for the Nuts” hätte der Film ursprünglich heißen sollen, und auch damit zu viel versprochen. Am Ende sind ein Gastauftritt von Quentin Tarantino und die Produzenten-Credits von Wes Anderson und Noah Baumbach im Abspann die einzig witzigen Überraschungen, die von “Broadway Therapy” bleiben.

(APA)

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