Brennpunkt Schulweg: KFV fordert flächendeckend Tempo 30 vor Schulen

Der Schulweg birgt für Kinder zahlreiche Gefahren im Straßenverkehr.
Der Schulweg birgt für Kinder zahlreiche Gefahren im Straßenverkehr. - © bilderbox.com
Jährlich verunglücken in Österreich rund 500 Kinder auf dem Weg zur Schule. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit sieht Tempo 30 vor Schulen als “Lebensretter”.

Jedes Jahr verunglücken auf Österreichs Straßen rund 4.400 Kinder im Alter zwischen sechs und 15 Jahren, 500 davon sind auf ihrem Schulweg von einem Unfall betroffen. Über eine Aussendung fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) daher Tempo 30 vor Schulen.

“Mehr als 22 Schulklassen verletzen sich jährlich”, sagte Othmar Thann, Direktor des KFV. Das liege unter anderem daran, dass Kinder im Straßenverkehr in ihrer Erfahrung und ihrem Verhalten überschätzt werden. “Aufgrund ihrer Entwicklung erleben sie die Umwelt völlig anders als Erwachsene”, erklärte Thann. Deshalb sind Kinder auch aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen.

“Tempo 30 ist ein Lebensretter”

Österreichweite Messungen des KFV haben ergeben, dass in Tempo-30-Zonen insgesamt 74 Prozent der Lenker die erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreiten. “Wir sind Menschen, die niemals optimale Bremsvorgänge hinlegen können wie ein Formel-1-Fahrer”, betonte Thann. Ein Unfall bei 60 km/h endet so gut wie immer tödlich. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h verunglücken 70 Prozent der Fußgänger tödlich, bei 30 km/h sind es zehn Prozent. “90 Prozent würden so überleben, für Schulkinder ist Tempo 30 ein Lebensretter”, sagte der KFV-Direktor. Pro ein km/h geringerer Geschwindigkeit sinke das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, um acht Prozent, sagte Thann.

Er sprach sich für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 vor Schulen aus, ebenso für die Anbringung von seitlichen Bodenmarkierungen – sogenannter Haifischzähne. Diese sollen Autofahrer anregen, langsamer und achtsamer zu fahren.

Bereits im März hatte das KFV ein Verkehrssicherheitsprojekt gestartet, das neben baulichen und gestalterischen Elementen Tempo 30 vor Schulen empfiehlt. Laut Peter Felber vom KFV haben sich bereits 300 angemeldet, insgesamt sei man mit 600 Bildungseinrichtungen in Kontakt. Bei diesem Projekt gestalten Kinder auch selbst Verkehrsschilder, die vor der Schule angebracht werden. “Jede Aktionstafel wird mit wechselnden, wetterfesten Motiven ausgestattet”, sagte Felber. Schulen, interessierte Gemeinden und Behörden können sich beim KFV für dieses Projekt anmelden. Sie bekommen ein umfangreiches Startpaket mit Unterlagen und Materialien bereitgestellt.

(APA, Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Werbung