Burgstaller und Gregoritsch wollen auch im ÖFB-Team glänzen

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ÖFB-Team steht vor logistischer Herausforderung
ÖFB-Team steht vor logistischer Herausforderung - © APA
Österreichs Stürmerhoffnungen sind mit viel Selbstvertrauen beim Fußball-Nationalteam eingerückt. Guido Burgstaller und Michael Gregoritsch wollen ihre Torgefahr auch in den Tests am Freitag gegen Slowenien und nächsten Dienstag in Luxemburg unter Beweis stellen. Im ÖFB-Team haben die beiden Freunde mitsammen erst einen Treffer erzielt, in Deutschland können sie aber beachtliche Quoten vorweisen.

Burgstaller hält in dieser Saison bei zehn Pflichtspieltoren für Schalke. Gregoritsch hat für den FC Augsburg alleine in der Liga bereits elfmal getroffen. Öfter waren in der deutschen Bundesliga bisher nur drei Spieler erfolgreich. “Mit ihrer Quote könnte ich beim Team sehr gut leben”, sagte Teamchef Franco Foda am Dienstag in Klagenfurt. Der Deutsche kündigte an, beide Stürmer zum Einsatz zu bringen. “In welcher Konstellation, das werden wir dann sehen.”

Gregoritsch hat noch nie von Beginn an für das ÖFB-Team gespielt. Die Foda-Premiere im November gegen Uruguay verpasste der Steirer wegen einer Sprunggelenksverletzung, in bisher fünf Kurzeinsätzen blieb er ohne Treffer. Fodas Vorgänger Marcel Koller setzte häufig auf Marc Janko, auch Martin Harnik stand ihm noch zur Verfügung. “Jetzt hoffe ich natürlich, auch zu Einsätzen zu kommen”, erklärte Gregoritsch. “Ich habe ein gutes Gefühl im Training.”

Allerdings agierte auch Marko Arnautovic bei West Ham zuletzt immer öfter im Sturmzentrum. Burgstaller scheut die Situation nicht. “Konkurrenzkampf ist immer ganz wichtig, auch dass man sich selber pusht, dass man sich weiterentwickelt”, meinte der 28-Jährige. “Wir haben in der Offensive genug Spieler, da will sich jeder aufdrängen. Jeder gibt Vollgas.”

Mit dem gebürtigen Engländer Ashley Barnes könnte in den kommenden Monaten ein zusätzlicher Konkurrent erwachsen. “Ich finde es seine super Sache, wenn das klappen würde”, sagte Burgstaller über die mögliche Einbürgerung des Burnley-Stürmers. Dieser würde in der Premier League “super Leistungen” bringen und auch “super Tore” erzielen. Allerdings sei auch die Konkurrenz bei Augsburg oder Schalke groß. “Es fährt keiner zum Lehrgang mit dem Gefühl, dass er jetzt Angst haben muss”, betonte Burgstaller. “Das spornt eher an und ist wichtig für den Teamerfolg. Da müssen wir uns alle unterordnen.”

Gregoritsch sieht das ähnlich. “Er macht das ganz ordentlich in England”, sagte der 23-Jährige über den fünf Jahre älteren Barnes. “Aber wir im Moment Gott sei Dank auch. Deswegen brauchen wir uns da auch keine Sorgen zu machen.” Sollte die Idee verwirklicht werden, würde Barnes im ÖFB-Team genauso aufgenommen werden wie jeder andere Spieler.

Die gegenseitige Meinung ist bei Burgstaller und Gregoritsch besonders hoch. Die beiden Angreifer beglückwünschen einander nicht nur bei Toren und Siegen in Deutschland regelmäßig per Kurznachricht, sondern verbringen auch beim Nationalteam die meiste Zeit miteinander. “Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes sehr gut”, erklärte Burgstaller. “Ich bin viel mit dem Michi unterwegs. Von dem her wünschen wir uns gegenseitig nur das Beste.”

Der Schalke-Stürmer lobte an seinem jüngeren Teamgefährten nicht nur dessen Vielseitigkeit und Torgefährlichkeit mit dem Kopf. “Mit seinem linken Schlegel, da hat er schon ein feines Füßchen. Er hat schon so Komponenten, die einen richtig guten Stürmer ausmachen.” Gregoritsch entgegnete, dass viele in Burgstaller nur den harten Arbeiter sehen würden. “Er ist aber trotzdem beidbeinig und hat auch mit dem Kopf eine gute Technik. Er ist im Strafraum immer gefährlich.”

Foda lobte die Qualitäten beider Angreifer im gegnerischen Sechzehner. “Beide sind aber auch sehr laufstark. Sie sind immer unterwegs, um den Gegner anzulaufen und zu attackieren”, betonte der Teamchef. “Sie arbeiten beide für die Mannschaft und sind absolute Teamplayer. Auf solche Spieler freut sich jeder Trainer.”

Für welche Option er sich im zweiten Spiel seiner Amtszeit entscheidet, ist offen. “Es ist Geschmackssache auch. Man kann auch mit zwei Stürmern spielen”, erklärte Burgstaller, der vor seinem zweiten Länderspiel in der engeren Heimat steht. Seinen ersten von bisher 14 Einsätzen im ÖFB-Team hatte er am 29. Februar 2012 in Klagenfurt gegen Finnland (3:1) absolviert. Damals stürmte er noch für Rapid. “Ich freue mich, wiedermal hier zu sein in der Heimat”, betonte der Deutschland-Legionär. “Als Kärntner ist es immer schön, hier zu spielen.”

Der im Juni zusätzlich eingeschobene Testspiel-Kracher gegen Brasilien stellt das österreichische Fußball-Nationalteam indes vor eine logistische Herausforderung. Das Kräftemessen mit dem Rekordweltmeister am 10. Juni in Wien steigt acht Tage nach dem bereits länger geplanten Test gegen Weltmeister Deutschland. Teamchef Franco Foda will den ÖFB-Spielern dazwischen einige Tage frei geben.

“Der 10. Juni ist für uns vielleicht nicht der optimale Termin. Aber wenn man die Möglichkeit hat, als österreichische Nationalmannschaft gegen Brasilien zu spielen, muss man die Chance einfach wahrnehmen”, meinte Foda. Die Brasilianer seien selbst auf den ÖFB zugekommen, treffen sie doch in ihrem ersten WM-Gruppenspiel am 17. Juni auf die Schweiz. Foda: “Das Schöne ist: Die wollten gegen uns spielen.”

Die Anfrage des Rekordweltmeisters zwang den ÖFB terminlich zur Improvisation. Die Testspiele gegen WM-Gastgeber Russland am 30. Mai in Innsbruck und gegen Deutschland am 2. Juni in Klagenfurt waren bereits davor fixiert. Dazu endet die Meisterschaft in Österreich erst am 27. Mai, dem Tag nach dem Champions-League-Finale, jene in Deutschland oder England dagegen bereits zwei Wochen davor.

(APA)

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