Boxlegende Muhammad Ali im Alter von 74 Jahren gestorben

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Muhammad Ali verstarb im Alter von 74 Jahren in Phoenix.
Muhammad Ali verstarb im Alter von 74 Jahren in Phoenix. - © AP Photo/Ross D. Franklin, File
Am Freitag (Ortszeit) verstarb Boxlegende Muhammad Ali in Phoenix, wie seine Familie in einer Erklärung mitteilte.

Die 74-jährige Boxlegende verstarb nach einem 32-jährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit, sagte sein Sprecher Bob Gunnell. Muhammad Ali war am Donnerstag wegen Atembeschwerden in ein Krankenhaus in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona eingeliefert worden.

Muhammad Ali gestorben

Sein Sprecher sagte daraufhin, er werde von einem Ärzteteam betreut und befinde sich in guter Verfassung. Es sei mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt zu rechnen. Dann hatte es aus dem Umfeld des 74-Jährigen am Freitag aber bereits geheißen, Ali sei in einem bedenklichen Gesundheitszustand. Das berichteten auch mehrere US-Medien. Auf der offiziellen Twitter-Seite und Website der als “The Greatest” bekannten Sportikone wurden nun Fotos von Ali mit dem Zusatz “1942 – 2016” veröffentlicht.

Ali wurde als Cassius Clay geboren, gab sich aber aus religiösen Gründen später einen muslimischen Namen. Seit über 30 Jahren litt er an Parkinson. In den Jahren 2014 und 2015 hatte er wegen einer Lungenentzündung und wegen einer Harnwegsinfektion Aufenthalte im Krankenhaus.

Die Erfolge des Muhammad Ali

Alis Weltkarriere als Boxer begann mit seinem Olympia-Sieg 1960 in Rom. Jahrelang verteidigte er den Weltmeistertitel im Schwergewicht. Unterbrochen wurde seine Karriere 1967, als er inmitten des Vietnam-Kriegs den Wehrdienst verweigerte.

Ali galt als berühmtester Boxer der Sportgeschichte. Als er 1960 Olympisches Gold gewann, hieß er noch Cassius Clay. Erst fünf Jahre später, als er zum Islam übertrat, nahm er den Namen Muhammad Ali an. Der begnadete Boxer wurde im Februar 1964 erstmals Schwergewichtsweltmeister. Er bezwang damals Sonny Liston und beschrieb seinen eleganten Boxstil mit den Worten: “Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene.” Weitere zweimal krönte sich Ali danach zum Champion. Seine Karriere hatte er 1981 beendet. Der Verdacht auf die Parkinson-Krankheit war 1984 bestätigt worden.

Muhammad Ali im Kampf gegen George Foreman im Jahr 1974. (c) AFP

Ali lieferte dabei in seiner Karriere unvergessliche Kämpfe wie den “Rumble in the Jungle” oder den “Thrilla in Manila”. Trotz seiner Rücktrittsankündigung im Juni 1979 zog es Ali noch einmal in den Ring. Er hörte nicht auf die Warnungen von Ärzten und trat im Oktober 1980 gegen Larry Holmes an. Ali verlor nach Kampfabbruch. Seinen 61. und letzten Profi-Kampf (56 Siege) bestritt er ein gutes Jahr später. Wieder verlor Ali, Gegner am 11. Dezember 1981 in Nassau war damals Trevor Berbick.

Der am 17. Jänner 1942 in Louisville als Sohn eines Plakatmalers geborene Ali machte aber auch weltweit Schlagzeilen durch seine Verweigerung des Militärdienstes während des Vietnam-Kriegs, für die er auch eine Sperre von drei Jahren in Kauf nahm. Er wurde auch zum Symbol der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Als er 1996 schon gezeichnet von seiner Krankheit das Olympische Feuer in Atlanta entzündete, sorgten die Bilder weltweit für Ergriffenheit. In der Öffentlichkeit zeigte sich Ali in den vergangenen Jahren immer seltener.

Muhammad Alis wichtigste Lebensstationen

Die wichtigsten Stationen im Leben von Muhammad Ali:

17. Jänner 1942: Geburt von Cassius Marcellus Clay in Louisville (US-Staat Kentucky) als ältester von zwei Söhnen; Mutter Odessa Lee Grady, Putzfrau und Köchin, Vater Cassius Marcellus Clay, Schildermaler.

1954: Debüt als Amateur-Boxer in Louisville.

5. September 1960: Olympia-Sieg in Rom im Halbschwergewicht gegen Zbigniew Pietrzykowski (Polen) nach Punkten.

29. Oktober 1960: Profidebüt in Louisville für 2.000 Dollar Börse.

25. Februar 1964: Gewinn des WM-Titels in Miami Beach gegen Sonny Liston durch K. O. in der 8. Runde.

26. Februar 1964: Übertritt zum Islam, Namensänderung in Muhammad Ali.

4. August 1964: Heirat mit Fotomodel Sonji Roi.

10. Jänner 1966: Scheidung von Sonji Roi.

28. April 1967: Entzug der Boxlizenz und der WM-Titel (WBA, WBC) wegen Verweigerung des Dienstes im Vietnam-Krieg.

25. Juni 1967: Verurteilung wegen Wehrdienstverweigerung zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und einer Geldstrafe von 10.000 Dollar. Gegen eine Kaution von 5.000 Dollar bleibt er auf freiem Fuß.

17. August 1968: Heirat mit Belinda Boyda.

11. September 1970: Aufhebung der Box-Sperre.

26. Oktober 1970: Comeback nach 42-monatiger Zwangspause mit K. O.-Sieg gegen Jerry Quarry.

8. März 1971: Erste Profi-Niederlage. Gegen Weltmeister Joe Frazier verliert er den “Kampf des Jahrhunderts”.

28. Jänner 1974: Punktsieg gegen Joe Frazier in New York.

30. Oktober 1974: K. O.-Sieg in der 8. Runde gegen George Foreman im “Rumble in the Jungle”. Zum zweiten Mal Weltmeister (WBA und WBC).

1975: Erste Buchpräsentation von “The Greatest – my own story”.

1. Oktober 1975: “Thrilla in Manila”: Ali gewinnt den dritten Kampf gegen Frazier durch technischen K. O. in der 14. Runde.

Jänner 1977: Scheidung von Belinda Boyd.

19. Juni 1977: Heirat mit Veronica Porsche.

15. Februar 1978: Verlust der WM-Titel nach Punkt-Niederlage gegen Leon Spinks.

15. September 1978: Zum dritten Mal Weltmeister (WBA) nach Punktsieg gegen Spinks.

27. Juni 1979: Rückgabe des WBA-Titels und Rücktritt vom Boxsport

2. Oktober 1980: Trotz ärztlicher Warnung Comeback und Niederlage in der 11. Runde gegen Weltmeister Larry Holmes. Mit acht Millionen Dollar kassierte er seine höchste Börse.

11. Dezember 1981: Mit einer Punkt-Niederlage nach 10 Runden gegen Trevor Berbick verabschiedet er sich vom Boxen.

1984: Parkinson-Syndrom diagnostiziert.

11. April 1986: Scheidung von Veronica Porsche.

19. November 1986: Heirat mit Lonnie Williams.

22. Juli 1996: Entzündet das Olympische Feuer in Atlanta.

September 1998: Ernennung zum UNO-Friedensbotschafter.

2000: Auszeichnung als Sportler des Jahrhunderts.

11. Jänner 2002: Stern auf dem “Walk of Fame” in Hollywood.

2005: Verleihung der Freiheitsmedaille des Präsidenten der USA.

15. November 2011: Muhammad Ali gibt in Philadelphia Joe Frazier das letzte Geleit. Der ehemalige Boxer war am 7. November im Alter von 67 Jahren gestorben.

14. September 2012 Auszeichnung mit der Freiheitsmedaille für sein soziales Engagement.

(APA/red)

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