Bowie-Tribut, Preminger-Schau und Oscars im Filmmonat Februar

Filmmonat Februar im Überblick
Filmmonat Februar im Überblick - © Bilderbox.at
Fans der Kultkomödie “Zoolander” haben sich den Februar schon lange im Kalender angestrichen, erscheint doch die lang ersehnte Fortsetzung mit Ben Stiller als naives Supermodel.

Unterhaltung versprechen auch die etwas andere Comicverfilmung “Deadpool” und der neueste Streich der Coen-Brüder, “Hail, Caesar!”. Letzterer eröffnet die Berlinale, neben den Oscars das zweite große Filmevent des Monats.

Österreichisches Filmmuseum

Guy Debord im Österreichischen Filmmuseum (29. Jänner bis 11. Februar): Der französische Filmtheoretiker Guy Debord (1931-1994) gehört zu den großen Figuren des reflexiven Denkens über Film und gilt als harter Kritiker des Kapitalismus und seiner Konsumwelt. Mit “Die Gesellschaft des Spektakels” avancierte er in den 1960ern zu einem Vordenker der neuen Linken. Hinter diesem Bild des Intellektuellen verblasste der Ruhm seines kinematografischen Oeuvres. Im Vorjahr erwarb das Filmmuseum jedoch als erste Institution seiner Art das schmale Gesamtwerk Debords, das aus je drei Lang- und Kurzfilmen besteht, die zwischen 1952 und 1978 entstanden. Die sechs essayistischen Experimentalstreifen sind Zitatenuniversen, die von Marx bis Clausewitz reichen und zwischen den Medien Fotografie und Bewegtbild changieren. Sie präsentieren das teils erratische Denkgebäude des Theoretikers in anderem Kleid. Nun werden die Schwarz-Weiß-Werke erstmals in Österreich gezeigt, ergänzt um flankierende Filme.

Otto Mühl im Metro

“Otto Mühl – Kommunenkinder” im Metro Kinokulturhaus (5. bis 9. Februar): Anstelle des ursprünglich geplanten Tribute-Programms zu Susan Sontag zeigt das Filmarchiv Austria den von Paul Poet kuratierten Schwerpunkt “Otto Mühl – Kommunenkinder”. Seinem Interviewfilm “My Talk with Florence” stellt Poet zwei weitere Produktionen zur Seite, die von tragischen Kindheiten in der Friedrichshof-Kommune des Wiener Aktionisten Otto Mühl in den 70er-Jahren erzählen: Paul-Julien Roberts sehr persönlicher Dokumentarfilm “Meine keine Familie” und Marie Kreutzers Spielfilmdebüt “Die Vaterlosen”. Ergänzt wird die Schau von einem historischen Kurzfilmprogramm mit Filmen von Kurt Kren, Terese Schulmeister und Hans Christoph Stenzel.

David Bowie im Filmcasino

David Bowie Farewell Double Feature im Filmcasino Wien (11. Februar): Das Wiener Filmcasino ehrt den kürzlich im Alter von 69 Jahren verstorbenen David Bowie mit einem “Farewell Double Feature”. So stehen die Kultfilme “Labyrinth” (1986) von Jim Henson sowie “The Man Who Fell To Earth” (1976) von Nicolas Roeg am Programm, in denen Bowie als schillernder Hauptdarsteller zu sehen ist: einmal als Koboldkönig Jareth, dann als Thomas Jerome Newton. Karten können online reserviert werden.

Berlinale 2016

Österreichische Filme bei der 66. Berlinale (11. bis 21. Februar): Auch heuer ist die Zahl österreichischer Produktionen bei der Berlinale überschaubar. In der Sektion Forum feiern Nikolaus Geyrhalters neue Doku “Homo Sapiens” und Ruth Beckermanns Annäherung an Ingeborg Bachmann und Paul Celan, “Die Geträumten”, Weltpremiere. Im Forum Expanded sind zudem “Esiod 2015” von Clemens Wedemeyer und die vom Filmmuseum restaurierte Fassung von Robert Beavers’ frühem Meisterwerk “From the Notebook of…” (1971) in 35mm zu sehen. In den Panorama-Sektionen “Spezial” und “Dokumente” laufen die Beziehungsstudie “Kater” von Händl Klaus bzw. Patric Chihas “Brüder der Nacht” über bulgarische Roma, die auf der Suche nach Freiheit und schnellem Geld nach Wien kommen. Und Siegfried A. Fruhaufs “Vintage Print” ist im Kurzfilmwettbewerb.

Die FrauenFilmtage

FrauenFilmTage (25. Februar bis 4. März): Das Porträt einer jungen Tunesierin, die sich für eine Karriere als Sängerin gegen Familie und Gesellschaft behaupten muss, eröffnet die 13. FrauenFilmTage im Wiener Filmcasino. Regisseurin Leyla Bouzid, die für “Kaum öffne ich die Augen” in Venedig mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, ist persönlich anwesend. An den weiteren acht Festivaltagen im Filmhauskino am Spittelberg stehen zu den Schwerpunktthemen “Junge Frauen”, “Frauen & Humor” sowie “Filmland Polen” auf dem Programm. Die Personale ist heuer der Kamerafrau Eva Testor gewidmet, die unter Christian Berger an der Filmakademie Wien studierte und zuletzt u.a. mit Sabine Derflinger Folgen der ORF-Serie “Vorstadtweiber” und mit Mirjam Unger die Christine-Nöstlinger-Verfilmung “Maikäfer flieg!” drehte.

Oscars werden vergeben

88. Oscar-Verleihung in Los Angeles (28. Februar): Mit seiner Satire “Birdman” räumte der mexikanische Regisseur Alejandro G. Inarritu bereits im Vorjahr Oscars in den Königskategorien ab – heuer könnte sich das mit “The Revenant – Der Rückkehrer” wiederholen. Das Überlebensdrama geht mit zwölf Nominierungen als großer Favorit ins Oscar-Rennen und könnte wohl auch seinem zum fünften Mal nominierten, aber bisher glücklosen Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio die längst überfällige Goldstatuette einbringen. Chance auf einen Oscar am Beginn seiner Karriere hat indes der Wahlwiener Patrick Vollrath: Sein Abschlussfilm an der Filmakademie Wien, “Alles wird gut”, ist in der Kurzfilm-Sparte nominiert. Aus diesem Anlass zeigt das Wiener Gartenbaukino vor seiner traditionellen Liveübertragung in der Nacht auf Montag neben u.a. “Mad Max: Fury Road” und “The Hateful 8” ein eigenes Kurzfilmprogramm rund um das 30-minütige Vater-Tochter-Drama.

> Alles zu den 88. Oscars

(APA)

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