Bosnien: Einheitliche Kriegsverbrecher-Datenbank

Die Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo will eine einheitliche Datenbasis über Fälle von Kriegsverbrechen anlegen. Bosnienweit werden 10.567 Personen der Kriegsverbrechen verdächtigt.

Landesweit werden von Gerichten nach Angaben der Tageszeitung “Dnevni avaz” zur Zeit 1.649 Fälle geführt, mit denen 10.567 Personen erfasst sind, die der Kriegsverbrechen verdächtigt werden.

Bisher kam es wiederholt vor, dass vor verschiedenen Gerichten mehrere Kriegsverbrechenverfahren gegen ein und dieselbe Person geführt wurden. Dank der geplanten Datenbasis soll dieses Problem künftig behoben werden.

Nach Angaben von Jusuf Halilagic, dem stellvertretenden Leiter des Kontrollausschusses für die Umsetzung der staatlichen Strategie zur Erfassung von Kriegsverbrechen, wurden in 1.308 Fällen von Kriegsverbrechen Ermittlungen gegen 5.920 Personen eingeleitet und bis dato 235 Anklagen gegen 377 Kriegsverbrechenverdächtigte erhoben. 141 Anklagen gegen 220 Personen wurden von Gerichten unterdessen auch bestätigt. Ermittlungen gegen 2.034 Personen wurden demnach eingestellt.

Entsprechend der Pläne zur Erfassung der Kriegsverbrechen soll das Kriegsverbrecher-Gericht in Sarajevo künftig über die Zuteilung von Verfahren an einzelne Gerichte entscheiden. Der Bosnien-Krieg im Zuge des Zerfalls von Jugoslawien dauerte von 1992-95.

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