50. Todestag von Che Guevara

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"Che" ist bis heute ein gefeierter Held - © APA (AFP)

Mit einem “Che-Guevara”-Gipfel begeht Bolivien die Feierlichkeiten zum 50. Todestag des weltberühmten Guerilleros, der am 9. Oktober 1967 in der Nähe der Stadt Vallegrande erschossen worden war. Der sozialistische Staatschef Evo Morales will die Nacht auf Montag, dem Todestag, in einem Zelt auf einem Fußballplatz in Vallegrande verbringen.

Der Präsidentenpalast gab keine nähere Erklärung, ob er dies als Hommage an das Guerillaleben Guevaras tut oder weil der kleine Ort keine entsprechenden Hotelkapazitäten hat.

Che-Guevara-Kult

Unter Morales gibt es heute einen Che-Guevara-Kult in Bolivien. Rund 20.000 Menschen werden zur zentralen Feier am Montag in Vallegrande erwartet, darunter auch die Vizepräsidenten Kubas und Venezuelas. Außerdem kommen Familienangehörige und Freunde Che Guevaras, darunter sein jüngerer Bruder Ramiro Guevara und Carlos “Calica” Ferrer, mit dem der gebürtige Argentinier 1953 durch Lateinamerika gereist war.

Wollte Revolution anzetteln

Che Guevara war 1966 mit falscher Identität und verändertem Aussehen nach Bolivien eingereist, um hier eine Revolution wie in Kuba anzuzetteln. Im tropischen Tiefland kämpfte er aber mit dutzenden Mitstreitern auf verlorenem Posten. Bauern verrieten ihn. Nach der Festnahme bei dem Dorf La Higuera wurde er von einem Soldaten erschossen. Seine Leiche wurde nach Vallegrande gebracht und im Waschhaus des Krankenhauses der Weltöffentlichkeit präsentiert.

“Gefängnisse in Bolivien waren ein Witz”

“Sie kannten die Gegend nicht, hatte keine Karten und wandten sich orientierungslos an Bauern. Und die informierten Soldaten in der Gegend”, sagte Gary Prado, der Hauptmann, der Che damals festgenommen hatte, der Deutschen Presse-Agentur. Es habe von ganz oben den Befehl gegeben, Guevara zu erschießen. Man fürchtete einen Prozess mit weltweiter Aufmerksamkeit und im Falle einer Verurteilung ständige Befreiungsversuche. “Die Gefängnisse in Bolivien waren ein Witz.”

(APA/dpa)