Blues Pills mit neuem Album live in Österreich: Bluesrock pur aus Schweden

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Ganz großer Tipp: Die schwedische Band Blues Pills.
Ganz großer Tipp: Die schwedische Band Blues Pills. - © Nuclear Blast
Abseits des harten Repertoires des auf Heavy Metal spezialisierten Labels Nuclear Blast findet man eine Band, die auch in den 60er-Jahren gute Figur gemacht hätte: Blues Pills. Die Schweden um Sängerin Elin Larsson werden ihrem Namen gerecht und packen in ihr neues Album auch jede Menge Soul.

Es sei die Kür nach dem “Herzeigen, was man kann”, sagte die 27-Jährige. Feinsten Bluesrock abseits des Retro-Chics tischten Larsson und ihre Mannen aus Östersund auf ihrem Debüt “Blues Pills” auf.

Mit dem am Freitag erscheinenden Nachfolger “Lady In Gold” geht die Gruppe noch einen Schritt weiter in Richtung Pop-Arrangement – und das mit Grazie und Würde. “Wir sind mit dem selben Team ins gleiche Studio gegangen, aber die Produktion ist diesmal definitiv größer”, betonte die Sängerin. “Wir sind außerdem durch zahlreiche Konzerte gereift, haben als Songschreiber dazugelernt.”

Blues Pills legen nach: Neue Platte “Lady In Gold”

Kollege Dorian Sorriaux, Gitarrist, führte das näher aus: “Dieses Mal haben wir noch mehr darauf geachtet, was die Songs brauchen. Oft sind es Kleinigkeiten – eine Melodie im Hintergrund, atmosphärisches Zeug – das einem Lied einen speziellen Touch verleiht. Es geht nicht immer nur um technisches Können.”

Dass man sich nun noch weiter in die Breite wagt, mag auch an neuen Einflüssen liegen. “Ich habe zuletzt viel Kate Bush gehört. Das hat mich inspiriert”, berichtete Elin Larsson. Und über “Lady In Gold” sagte sie: “Zunächst hatte ich ja Bedenken, dass man den Titelsong wegen seines Namens für einen Discosong halten könnte. Die ‘Lady In Gold’ ist ein Fantasiecharakter, sie ist eigentlich der Teufel, die dein Leben nimmt, wenn deine Zeit gekommen ist. Aber ich nähere mich dem Thema mit einem positiveren Zugang. Ich will den Leuten sagen, dass man nicht in Angst leben sollte.”

Zuletzt am Nove Rock: Weitere Konzerte in Österreich

Die ständigen Hinweise, dass Blues Pills Kinder der Sechziger sind, stört die Musiker nicht. “Wir schätzen an der Musik dieser Zeit, dass sie aus dem Herzen kam. Das ist uns ebenfalls ein Anliegen”, betonte der Gitarrist. Und seine Kollegin ergänzte: “Es ärgert mich überhaupt nicht, wenn uns jemand als retro bezeichnet. Aber unsere Band steht für sich selbst. Ich glaube, wenn man handgemachte Musik spielt, bekommt man heute gleich das Retro-Label verpasst.”

Blues Pills haben ihre Qualitäten bei zahlreichen Festivals – etwa beim Nova Rock in Nickelsdorf – bewiesen. Dabei trat man mitunter zwischen extrem harten Bands auf. “Nicht alle mögen uns, es gibt auch Hasser”, sagte Elin. “Aber wenn wir auf Metal-Festivals aufgetreten sind, waren die Reaktionen immer großartig. Es ist cool, wenn Typen in Cannibal Corps T-Shirts zu unserer Musik wippen.” Im Herbst kann man die Formation zweimal in Österreich erleben.

“Lady In Gold” sollte zahlreiche neue Fans erreichen. Jene, die bei jeder Melodie verächtlich “Kommerz!” brüllen, müssen erst gar nicht hinhören. “Diese Leute haben sich seit dem ersten Demo aufgeregt”, nimmt es die Sängerin mit der großen Stimme gelassen. “Mir ist das egal, weil ich auf das Album stolz bin. Sollte jemand ‘Ausverkauf!’ rufen, dann, na ja, soll er das. Das Leben ist eine konstante Veränderung, auch unsere Musik verändert sich.”

>> Konzerttermine: 17. Oktober Posthof Linz und 18. Oktober Gasometer Wien.

(APA)

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