Bildungsniveau der zweiten Migranten-Generation nähert sich dem Einheimischer an

Migranten und Einheimische sind zunehmend ähnlich gut gebildet.
Migranten und Einheimische sind zunehmend ähnlich gut gebildet. - © bilderbox.com (Sujet)
Der Statistikband zum Integrationsbericht zeigt, dass das Bildungsniveau von Österreichern mit ausländischen Wurzeln sich an jenes der Einheimischen annähert. Während die erste Zuwanderergeneration noch zu 27 Prozent nur einen Pflichtschulabschluss hatte, sind es bei den Kindern der Zuwanderer, also der zweiten Generation, nur noch 18 Prozent. Der Wert liegt bei Österreichern ohne Migrationshintergrund bei 11 Prozent.

Gleichzeitig schließen mehr in Österreich geborene Kinder von Zuwanderern eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule ab als Migranten der ersten Generation (52 vs. 34 Prozent). Der Anteil ist damit fast annähernd so groß wie bei den Österreichern ohne Migrationshintergrund (57 Prozent). Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass die zweite Generation nun höher qualifiziert ist als im Ausland geborene Einwanderer. Es zeigt vor allem, dass die in Österreich geborenen Kinder von Zuwanderern auch das heimische Bildungssystem durchlaufen und die hier üblichen Bildungsabschlüsse erwerben, wie man bei Statistik Austria auf Nachfrage der APA erläutert. Lehrabschlüsse sind in Ländern mit anderer Ausbildungsstruktur etwa gar nicht möglich.

Migranten: Zweite Generation zunehmend so gebildet wie Einheimische

Ähnlich hoch wie unter Einheimischen ist in der zweiten Generation auch der Anteil an Maturanten (jeweils 15 Prozent) und Akademikern (Einheimische: 17 Prozent, 2. Generation: 15). In der ersten Generation (im Ausland geboren) gibt es sogar noch mehr Höhergebildete (19 Prozent Maturanten, 21 Prozent Akademiker). Das hat laut Statistik Austria allerdings vor allem strukturelle Gründe: Nachdem all jene in die erste Generation fallen, die im Ausland geboren wurden, umfasst die Statistik hier etwa auch alle deutschen Studenten, die nach Österreich übersiedeln. In der zweiten Generation seien wiederum jene überrepräsentiert, deren Eltern als Gastarbeiter aus Jugoslawien oder der Türkei nach Österreich gekommen waren.

Wie das statistische Jahrbuch “migration und integration” zeigt, hat der Bildungsabschluss der Eltern allerdings großen Einfluss auf jenen der Kinder. Bildungsvererbung ist unter Migranten nämlich in Österreich noch stärker ausgeprägt als unter Einheimischen: Haben die Eltern nur Pflichtschulabschluss, erreicht auch die Hälfte der Kinder (47 Prozent) keinen höheren Bildungsabschluss. In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist das nur bei einem Fünftel der Fall.

Anders schaut es bei der Matura aus, hier schneiden die Kinder von Migranten besser ab: Haben die Eltern nur Pflichtschulabschluss, schaffen elf Prozent die Matura; haben die Eltern die Lehre, schaffen es 20 Prozent. Unter Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind es nur sieben bzw. 15 Prozent.

(apa/Red)

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