"Bildnis Wally" kehrt für 19 Mio. Dollar zurück

"Bildnis Wally" kehrt für 19 Mio. Dollar zurück
Das 1998 in New York als “Diebsgut” beschlagnahmte Gemälde “Bildnis Wally” von Egon Schiele aus den Beständen der Leopold-Museum Privatstiftung kehrt nach Wien zurück.

Eine gestern, Dienstag, geschlossene Einigung beendet noch vor dem für 26. Juli in New York angesetzten nächsten Prozesstermin den langjährigen Rechtsstreit, für den die Stiftung nach eigenen Angaben über drei Mio. Euro Anwaltskosten aufgewendet und der als Auslöser der “Raubkunst”-Debatte zu dem heute gültigen Restitutionsgesetz geführt hat. Zentraler Punkt der Einigung ist die Zahlung von 19 Mio. Dollar (14,8 Mio. Euro) an die Erben der Kunsthändlerin Lea Bondi-Jaray.

Die Zwischenfinanzierung der Summe, die überwiesen wird, sobald in den nächsten Tagen das in einem US-Depot befindliche Bild auch physisch übergeben wird, übernimmt die Raiffeisen Landesbank Wien-Niederösterreich. Als Sicherheit verpfändet die Stiftung fünf Schiele-Gouachen. Das Geld soll in der Folge in Tranchen durch den Verkauf von Bildern aus dem Bestand der Stiftung aufgebracht werden. Der kürzlich verstorbene Sammler Rudolf Leopold habe “in einem tage-, ja wochenlangen Prozess” selbst Bilder für den Verkauf ausgewählt, die endgültige Liste werde der Stiftungsvorstand erst erstellen, hieß es heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz im Leopold Museum. An eine Sonder-Auktion sei jedenfalls nicht gedacht.

Die getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Erben ihre Klage fallen lassen und die Vereinigten Staaten den Fall schließen. Weiters wurde bestimmt, das Bild ab 29. Juli für drei Wochen im New Yorker “Museum of Jewish Heritage” zu zeigen, ehe es nach Wien transportiert und in einer Sonderpräsentation ausgestellt werden wird. Ein von den Streitparteien gemeinsam formulierter Text soll neben dem Werk künftig die Besitzergeschichte erläutern – für Sammler-Sohn Diethard Leopold “ein Novum, das ich außerordentlich begrüße”, für die Erben eine Sicherstellung, “dass künftigen Generationen die wahre Geschichte des Diebstahls des Bildes von Lea Bondi Jaray während der Nazi-Zeit erzählt wird”.

Im Leopold Museum zeigten sich u.a. Sammler-Witwe Elisabeth Leopold und der kaufmännische Direktor Peter Weinhäupl glücklich über die erzielte Einigung und die bevorstehende Rückkehr des Bildes. “Die Gerechtigkeit hat gesiegt”, hieß es seitens der Erben: “Nach über 70 Jahren wird das an Lea Bondi Jaray begangene Unrecht endlich anerkannt und wenigstens teilweise wiedergutgemacht.”

 

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