Bilanz nach Popfest 2015 in Wien: Festival trotz Wien-Wahl nicht in Gefahr

Beim Popfest 2015 am Karlsplatz
Beim Popfest 2015 am Karlsplatz - © VIENNA.at
Bei seiner sechsten Auflage hat das Wiener Popfest erneut rund 60.000 Besucher angelockt. Insofern zeigte sich Festivalleiter Christoph Möderndorfer auch “sehr beeindruckt”. Die Zukunft des Gratis-Konzertreigens am Karlsplatz sieht er – trotz anstehender Wien-Wahl und eventuell anderer Regierungskonstellation – nicht in Gefahr.

Die gab er am Montag im APA-Gespräch an. Für das Popfest gebe es eine Regelfinanzierung der Stadt von 180.000 Euro jährlich. “Sollte es nicht eine sozusagen höhere Macht geben – also Kürzungen grundsätzlicher Natur im Landesbudget -, sehe ich das sehr entspannt”, so Möderndorfer.

Popfest ist bereits fixe Größe in Wien

Denn das Festival habe sich – und das sei durchaus parteiübergreifender Konsens – seit der Premiere 2010 als fixe Größe etablieren können. Nachsatz: Im Falle einer FPÖ-dominierten Stadtregierung nach der Wien-Wahl wisse man nie – “aber das halte ich für völlig ausgeschlossen”.

Es sei gleichsam Ziel des Popfests gewesen, einerseits heimischem Musikschaffen eine interessante Plattform zu bieten, und andererseits den – vormals eher als nicht gerade beliebte Verweiloase bekannten – Karlsplatz als Ort zu beleben, von dem eine gewisse Aufbruchsstimmung ausgehen soll. Beides ist aus Sicht Möderndorfers gut gelungen.

“Grundneugieriges Publikum” am Karlsplatz

Die Befürchtung, dass ob des Gratis-Charakters für viele Besucher die Musik eher im Hintergrund steht, hat der Festivalchef nicht: “Es gibt immer Leute, die’s nicht interessiert und die sich dort zum Biertrinken, Essen und Quatschen treffen. Das ist auch in Ordnung, aber es ist sicher nicht die Mehrheit.” Das Publikum sei – wahrscheinlich noch mehr als bei anderen großen Musikfestivals – “grundneugierig”. “Dort gehen die Leute halt zum Zelt, auf den Parkplatz oder auf die Wiese”, meinte der Leiter. Am Karlsplatz befinde sich dieser “Entspannungsort” eben am Gelände selbst – sprich: hinter der Bühne am Platz vor der Karlskirche. Generell ist Möderndorfer überzeugt, dass es dem Popfest gelungen sei, den durchaus vorwurfsbeladenen Nimbus des Gratis-Festivals zu entkräften.

Insgesamt standen heuer an vier Tagen 57 Acts auf den Stages der diversen Popfest-Locations. Neben der zentralen Open-Air-Seebühne dienten u.a. das Wien Museum, die TU, das brut oder die Karlskirche als Austragungsorte. Der Bandreigen reichte von Attwenger und 5/8erl in Ehr’n über Fijuka und Clara Luzia bis hin zu Chuzpe und Dorian Concept.

(apa/red)

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