Bibi und Tina 4 – Tohuwabohu Total – Trailer und Kritik zum Film

Akt.:
Bibi und Tina 4 – Tohuwabohu Total – Trailer und Kritik zum Film
Zwangsheirat, Flüchtlingskrise und eine Persiflage auf Donald Trump: Passt so viel Politik in einen Jugendfilm? Oh ja! Wenn man sie humorvoll verpackt. Und wer könnte das, wenn nicht Regisseur Detlev Buck? Schließlich hat der sich mit den Filmen um Hexe Bibi Blocksberg und ihre Freundin Tina einen ebenso liebevollen wie versponnenen Hippie-Blick auf die Welt angeeignet.

Mit all den brennenden Themen, die Teil 4 der Reihe verhandelt, ist “Bibi & Tina – Tohuwabohu Total” jedenfalls das wohl verrückteste Abenteuer, das die beiden Mädchen bisher bestehen mussten. Zu Beginn genießen Bibi (Lina Larissa Strahl) und Tina (Marie Koroll) die Sommerferien mit ihren Pferden. Da kommt das nächste Abenteuer aus dem Busch: Ein Bursche macht sich über ihre Suppe am Lagerfeuer her! Als sie ihn erwischen, freunden sie sich mit ihm an und geben ihm zu essen.

Bibi und Tina 4 – Tohuwabohu Total – Die Handlung

Doch irgendetwas ist komisch an dem Buben, der sich Aladin nennt und als syrischer Flüchtling ausgibt. Schnell fliegt seine Tarnung auf: Eigentlich ist er ein Mädchen und heißt Adea (Lea van Acken). Die Ausreißerin flieht vor ihrem Onkel und ihren Cousins, die sie in Nordalbanien zwangsverheiraten wollen. Das können Bibi und Tina nicht zulassen. Mit Tricks und ein wenig Hexerei helfen sie Adea. Doch dann kehrt sie plötzlich freiwillig zu ihrer Familie zurück. Bibi und Tina beschließen, dem Sinneswandel ihrer neuen Freundin auf den Grund zu gehen. Graf Falko (herausragend komisch: Michael Maertens) hat auf Schloss Falkenstein inzwischen mit dem Immobilienhai Trumpf zu kämpfen, der nicht nur dem Namen nach einem berühmten US-Vorbild ähnelt, sondern auch äußerlich: mit seinem orangebraunfarbenen Teint, einer goldenen Haartolle und ebenso eindeutigen wie irren Zitaten, zum Beispiel: “Niemand baut Mauern besser als ich!”

Bibi und Tina 4 – Tohuwabohu Total – Die Kritik

Politik in einem lustig-leichten Jugendfilm zu verpacken: Das gelingt Detlev Buck zwar erstaunlich gut, aber die ironische Darstellung der genannten Themen birgt auch eine Gefahr – die der allzu naiven Vereinfachung. So leicht wie auf der grellbunten Leinwand lassen sich Konflikte in der realen Welt nun einmal nicht lösen. Trotz der schablonenhaften Weltsicht gelingt die politische Version von Bibis Zauberland. Denn: Manchmal kommt selbst Bibi mit ihrer Hexerei nicht weiter und braucht Hilfe von ihren Freunden – und sogar Feinden. So muss die Hexe lernen, dass selbst sie Probleme nicht immer mit ein bisschen “Hex, hex!” lösen kann. Alles in allem aber liegt über dem Film wieder ein naiv-hoffnungsfroher Glimmer. Wie der Regisseur das macht? Vor allem mit Slapstick-Szenen, Verfolgungsjagden, kreativen Kostümen und einer rasanten Filmmusik, die wieder aus der Feder der Liedschreiber Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust kommt.

Mitreißend sind vor allem die Blechbläserklänge der Balkanpop-Stücke. Ein weiterer Höhepunkt ist das Lied “Muss ich haben”: ein konsumkritisches Hip-Hop-Stück, in dem die albanischen “Bösewichte” nach dem Vorbild US-amerikanischer Rapper mit dicken Ketten und Schlabberklamotten rappen und eine Truppe Mädchen in grellbunten Kostümchen hohe Singpartien trällern. Ein Videoclip mitten im Film – so lustig, dass auch viele erwachsene Zuschauer daran ihre Freude haben dürften. Und wenn man sich auf die Maxime von Liebe, Friede und Glückseligkeit in einer plakativen Jugendabenteuerversion einlassen mag, ist der Film ein großer Spaß.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Bibi und Tina 4 – Tohuwabohu Total”

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen