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Bewegung statt Vitaminpillen

Langzeitstudie bestätigt die positive Wirkung auch für die Augengesundheit.

Das Auge: klein, aber unheimlich faszinierend. Diese Erfahrung machten auch fast 500 Besucher beim MedKonkret-Vortrag von Primar Stefan Menn Zwei Stunden lang vermochte der Leiter der Abteilung für Augenheilkunde am Landeskrankenhaus Feldkirch die Zuhörer mit seinen Ausführungen zu fesseln. Zuerst mit einem äußerst lebendig vorgetragenen Referat, anschließend mit seinen Antworten auf den kaum enden wollenden Fragenstrom. Immer ging es Mennel aber darum, die Wichtigkeit der Selbstverantwortung für die Augengesundheit zu betonen. Dazu gehören Kontrollen beim Augenfacharzt, richtiges Handeln bei Symptomen, eine gute Ernährung und Bewegung. “Die bringt mehr als eine Vitaminpille”, merkte Stefan Mennel zu diesem speziellen Punkt noch an.

Sehen beginnt mit der Geburt, und doch muss es erlernt werden. Erst ab dem vierten Lebensjahr ist das Sehvermögen vollständig ausgeprägt. Primar Stefan Mennel sprach von einer sensiblen Phase, in der es gut zu beobachten gilt, ob Schwachsichtigkeiten auftreten. Da solche von Außenstehenden nicht erkannt werden können, sollten bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen. “Bis zum sechsten Lebensjahr lassen sich Probleme noch beheben”, erklärte Mennel. Danach sind Kontrollen zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr angezeigt. Auch Augenkrankheiten innerhalb der Familie sowie Erkrankungen wie Diabetes und akute Schmerzen sind triftige Gründe, den Augenarzt aufzusuchen.

Risiko von Langzeitschäden
Großen Wert legte Primar Mennel bei seinem Vortrag auf den Erhalt der Sehkraft. Vorrangig ist dabei der Schutz der Augen vor einem Übermaß an UV-Licht, um das Risiko von Langzeitschäden zu minimieren. “Ohne entsprechenden Schutz kann sich ein Grauer Star früher ausbilden”, nannte der Augenfacharzt ein Beispiel. Die Ernährung spielt ebenfalls eine große Rolle. So enthalten etwa Brokkoli, Eier und Paprika Vitamine, die dem Sehorgan besonders zuträglich sind. Omega-3 Fettsäuren wiederum wirken positiv auf die Netzhaut. Das in Schalen von roten Trauben enthaltene Reservatrol hilft den Augen ebenfalls, so wie Bewegung. In einer 20 Jahre umfassenden Studie wurden 41.000 Personen im Zusammenhang mit der Makuladegeneration (AMD) untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Wandern oder Joggen das Risiko dafür um 50 bis 60 Prozent reduzieren können.

Fragen aus dem Publikum

  • Sie haben die feuchte Makuladegeneration erklärt. Wie ist das bei der trockenen AMD, und wie lässt sich diese behandeln?
    Mennel Leider gibt es kaum Mittel zur Behandlung der trockenen AMD. Es kam zwar ein neues Medikament zum Spritzen auf den Markt, von dem wir uns viel versprochen haben. Aber letztlich brachten die Injektionen keine Vorteile. Es bleibt eigentlich nur ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, Nikotinabstinenz und guter Ernährung.
  • Ich habe das Gefühl, das Auge wird empfindlicher gegen Sonnenlicht, wenn man ständig die Sonnenbrille aufsetzt. Ist es nicht besser, die Sonnenbrille immer wieder einmal wegzulassen, damit sich das Auge langsam an das Licht gewöhnt?
    Mennel Es geht nicht um das Licht. Daran gewöhnt sich das Auge. Deshalb ist es auch nicht notwendig, ständig eine Sonnenbrille zu tragen. Es geht um die UV-Strahlung, die das Auge schädigen kann. Das heißt, wenn es einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, braucht es eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz.
  • Sie sagten, Bewegung und da speziell das Laufen, ist gut für die Augen. Gilt das fürs Radfahren auch?
    Mennel Ich denke schon.
  • Haben die Injektionen ins Auge auch Nebenwirkungen?
    Mennel Nebenwirkungen hat alles, da machen auch kurze Eingriffe keine Ausnahme. Deshalb muss der Patient vor jeder Behandlung aufgeklärt werden und anschließend unterschreiben, dass die Aufklärung erfolgt ist. Die Spritzentherapie kann unter anderem zu Blutungen und Entzündungen im Auge führen. Es kann auch ein Schmerzgefühl auftreten.
  • Sind LED-Bildschirme ebenso schädlich wie UV-Licht?
    Mennel Dazu gibt es noch keine Daten, alles ist noch in Diskussion. Allerdings ist bekannt, dass Augenchirurgen stark darunter leiden, weil sie häufig mit LED-Licht arbeiten müssen. Wir schützen uns bei Eingriffen, indem wir das Licht dimmen.
  • Schützen geschlossene Augen zu 100 Prozent vor UV-Strahlung?
    Mennel Auch wenn wir die Augen schließen, dringt immer ein bisschen Licht hinein. Aber das stellt kein Problem dar.
  • Was bringt ein Augentraining?
    Mennel Sobald ich die Augen öffne, trainiere ich sie auch. Mehr Training ist wirklich nicht erforderlich.
  • Warum trübt die Linse nach einer Grauen-Star-Operation wieder ein?
    Mennel Die Linse selbst trübt nicht ein, sie bleibt durchsichtig und klar. Es ist die hauchdünne Hülle, in die wir die neue Linse setzen, die nach einigen Jahren eintrüben kann. Das Problem lässt sich aber mit dem Laser beheben.
  • Was halten Sie von Laser-Eingriffen?
    Mennel Auf dieses Thema einzugehen ist schwierig, weil mit dem Laser viel operiert werden kann. Für uns ist er ein alltägliches Hilfsmittel. Ohne Laser geht in der Augenheilkunde nichts mehr.
  • Wie lange sind die Wartezeiten bei einer Grauen-Star-Operation?
    Mennel Ein Termin wird abhängig von der Dringlichkeit festgelegt. Derzeit sind es 15 bis 17 Wochen. Damit stehen wir im Vergleich zu anderen Bundesländern noch gut da.
  • Wie gefährlich sind geplatzte Äderchen im Auge?
    Mennel Wenn das nur ein- oder zweimal passiert, muss nichts unternommen werden. Kommt es immer wieder vor, ist eine Abklärung nötig.
  • Welche Medikamente beeinflussen die Sehkraft negativ?
    Mennel Die Antwort auf diese Frage gibt ein dickes Buch. Dort sind die Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente auf das Auge aufgelistet. Viele Arzneimittel können Veränderungen am Auge bewirken, dazu gehören beispielsweise Antidepressiva oder Rheumamittel.
  • Was tun bei trockenen Augen?
    Mennel Trockene Augen sind inzwischen zu einer Volkskrankheit geworden. Jeder dritte Patient gibt an, darunter zu leiden. Wichtig ist, die Ursache abzuklären, damit gezielt behandelt werden kann.
  • Ist die Höhe der Dioptrie ein Ausschlussgrund für das Lasern?
    Mennel Früher meinte man, alle Dioptrien lasern zu können. Inzwischen ist man bei hohen Dioptrien davon abgekommen. Heute geht es darum, die Stabilität der Hornhaut zu erhalten. Bei Kurzsichtigkeit wird es über acht, bei Weitsichtigkeit ab drei Dioptrien kritisch.

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