Betreiber des Wiener Ringstraßen-Hotel “Le Meridien” ist pleite

"Le Meridien"-Betreiber pleite, Ringstraßen-Hotel soll weiterlaufen
"Le Meridien"-Betreiber pleite, Ringstraßen-Hotel soll weiterlaufen - © Bilderbox (Sujet)
Die Betreibergesellschaft des Hotels “Le Meridien” ist pleite. Die Barvie GmbH hat am Montag, den 16. November selbst einen Konkursantrag beim Handelsgericht Wien eingebracht. Das Luxushotel mit 164 Mitarbeitern, die keinen Betriebsrat haben, soll fortgeführt werden.

Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit wird die Höhe des Pachtzinses am Wiener Opernring angegeben. Durchgerechnet hat die Betreibergesellschaft, die selbst der sogenannten Barvie S.a.r.l. mit Sitz in Luxemburg gehört, alleine Pachtzinse in Höhe von rund 3,4 Mio. Euro offen. Dazu kommen 718.000 Euro Forderungen des Finanzamts. Die Barvie gibt ihre Gesamt-Passiva mit rund 7,6 Mio. Euro an. Die Aktiva belaufen sich auf rund 6,3 Mio. Euro. Die Angaben der Schuldnerin müssen laut den Gläubigerschutzverbänden AKV, KSV und Creditreform noch überprüft werden.

Ringsstraßen-Hotel ist pleite

Die Betreibergesellschaft Barvie GmbH, der die Hoteleinrichtung gehört, beabsichtigt den Abschluss eines Sanierungsplans. Dieser sieht normalerweise eine Mindestquote von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Start des Sanierungsplans vor. Die erste Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist am 11. Jänner 2016.

Das Grundstück, auf dem das “Le Meridien” steht, wird seitens der Barvie GmbH von der deutschen DEKA Immobilien Invest GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main gepachtet. Der Pachtvertrag besteht seit Dezember 2001. Da eine Einigung über die Neuregelung der Grundstückspacht scheiterte, kam es heute, Montag, zum Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit der Barvie.

Rund 100 Gläubiger sind von der Insolvenz der Betreibergesellschaft des Wiener Luxushotels “Le Meridien”, das am Opernring liegt, betroffen. Das teilten die Gläubigerschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform am Montag mit. Die Betreibergesellschaft Barvie hat durchgerechnet Pachtzinsen von insgesamt knapp 3,4 Mio. Euro offen und auch das Finanzamt hat Forderungen über 718.000 Euro.

“Le Meridien”: 3,4 Mio. Euro Pachtzins offen

Die Betreibergesellschaft Barvie GmbH beabsichtigt den Abschluss eines Sanierungsplans, der eine Mindestquote von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Start des Sanierungsplans vorsieht. Bisherige außergerichtliche Restrukturierungsversuche wegen der Höhe des Pachtzinses sind gescheitert. Das Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit via selbst eingebrachtem Konkursantrag beim Handelsgericht Wien war die Folge – “trotz des florierenden Hotelbetriebs”, wie es vom Betreiber im Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens beim Handelsgericht heißt. Als Grund für die Pleite wird die Höhe des Pachtzinses genannt.

Bei der DEKA hat Barvie für 2012 bis 2014 einen Nettobetrag von 881.000 Euro zur Zahlung fällig. Da keine Einigung über die Neuregelung der Grundstückspacht erfolgte, blieb auch für heuer ein weiterer Pachtzinsbetrag über knapp 2,6 Mio. Euro offen. Somit sind insgesamt rund 3,4 Mio. Euro beim Grundstücksverpächter offen. Operativ betrieben wird das Hotel samt dem Restaurant und den beiden Bars aber wiederum von der sogenannten Starwood EAME License and Services Company BV, mit der die Barvie einen Managementvertrag über die Ausführung des Hotelbetriebs abgeschlossen hat.

Das Wiener “Le Meridien” beschreibt sich selbst als individuelles Designhotel. Das Haus verfügt über 294 Zimmer und Suiten. Dazu kommen acht Tagungsräume für bis zu 350 Gäste. Es gibt auch ein Spa, ein Restaurant und zwei Bars.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen