Bestattungsunternehmen mit gewaltigen Preisspannen

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Bestattungsunternehmen mit gewaltigen Preisspannen
Auf dem Wiener Zentralfriedhof kostet beispielsweise ein Grab „in einfacher Lage“ – weit entfernt vom nächsten Eingang – mehr als doppelt so viel wie dasselbe Grab in der Nähe eines Eingangs.

Bestatter bewegen sich im Spannungsfeld von Pietät und Profit. Das Verbraucherschutzmagazin „Konsument” hat versucht, die Preisspannen der rund 600 heimischen Unternehmen zu erheben und kommt zum Schluss: Die Unterschiede sind gewaltig. So koste der schlichteste Holzsarg bei einem Anbieter ohne Extras 220 Euro, bei einem anderen hingegen 523 Euro.

Die heimischen Bestatter sind äußerst diskret – auch was ihre Preisgestaltung anbelangt, stellten die Tester fest. Von 30 angeschrieben Firmen hätten nur zwölf überhaupt reagiert. Auskünfte zu Finanziellem seien in der Folge aber auch telefonisch nur spärlich geflossen.

Unter den erhobenen Preisen stachen den Experten weiters ins Auge:

Sargkissen, -decken und -polster, die mit 10,90 bis 104,64 Euro zu Buche schlugen, sowie 30 bis 131 Euro für eine einfache Urne. Ein „extravaganter” Holzsarg wurde zwischen 750 bis 2.400 Euro offeriert. „Wir haben es hier mit einem Wirtschaftszweig zu tun, der durch gewaltige Preisspannen imponiert”, konstatiert der „Konsument”.

Das gilt offenbar auch für Steinmetze: Für das Aufstellen eines Grabsteines würden 60 bis 480 Euro verlangt. Der jeweils preiswerteste Stein kommt auf 200 bis 660 Euro. Jeder Grabstein braucht eine Gravur. Ein Buchstabe kostet laut der „Konsument”-Erhebung beim günstigsten Angebot 3,50 und beim teuersten 13 Euro. Der Satz „Ruhe in Frieden” kommt so auf 45,50 bis 169 Euro.

Auf den Friedhöfen wartet ein weiterer Gebührendschungel. Auf dem Wiener Zentralfriedhof koste beispielsweise ein Grab „in einfacher Lage” – weit entfernt vom nächsten Eingang – 101,60 Euro auf zehn Jahre. Für dasselbe Grab, aber in der Nähe eines Eingangs, werden 286,30 Euro fällig. Die „Bereitstellungsgebühr” beträgt 150,80 Euro. Für die westlichen Bundesländer gelten laut „Konsument” durchaus ähnliche Spielregeln. In Innsbruck zahle man zum Beispiel Grabbenutzungsgebühren (283,50 Euro), Friedhofsbenutzungsgebühren (132,70 Euro) und Gemeindeverwaltungsabgaben (15 Euro).

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