Beschäftigte im Salzburger Einzelhandel klar gegen Sonntagsarbeit

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Beschäftigte im Salzburger Einzelhandel klar gegen Sonntagsarbeit
Salzburg – Eine klare Absage erteilt der Salzburger Einzelhandel der Sonntagsarbeit. “Bei einer weiteren Ausdehnung der Laden-Öffnungszeiten würden zwei Drittel der Befragten ein Vereinbarkeitsproblem zwischen Beruf und Privatleben bekommen,” sagte AK-Präsident Siegfried Pichler am Donnerstag bei der Präsentation des AK/ÖGB-Arbeitsklima-Index.

Nur 15 Prozent könnten sich vorstellen, am Sonntag zu arbeiten. Der Auftrag sei, keine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten zulasten der Beschäftigten zuzulassen und in Zukunft Gesundheit am Arbeitsplatz und betriebliche Aus- und Weiterbildung noch stärker einzufordern.

Gerade mal 36 Prozent können von ihrem Gehalt gut leben. Im Handel ist die Zahl der psychisch Belasteten doppelt so hoch wie im Salzburgschnitt. “Unser Kampf gegen eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten zulasten der Beschäftigten und Gesundheit am Arbeitsplatz noch stärker einfordern”, so Pichler. Große Unterschiede gibt es vor allem hinsichtlich der beruflichen Stellung: Angestellte erreichen wesentlich mehr Indexpunkte, Arbeiter sind unterdurchschnittlich zufrieden. Die Gründe für die hohe Unzufriedenheit unter den Arbeitern liegen hauptsächlich in den unregelmäßigen Arbeitszeiten, den höheren physischen Belastungen, dem niedrigeren Einkommensniveau sowie den als mangelhaft empfundenen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Mehr als 70 Prozent der Angestellten sind Frauen
Dass im Einzelhandel größtenteils Frauen arbeiten (mit 1.1.2010 waren 73,7 Prozent der gemeldeten Dienstnehmer im Einzelhandel Frauen), zeigt sich auch in dieser Erhebung: 82,9 Prozent der ausgefüllten Fragebögen stammen von Frauen. Davon sei mehr als jede Zweite (56 Prozent) teilzeitbeschäftigt – bei den männlichen Kollegen ist dies nur zu 12,3 Prozent der Fall. Fast 70 Prozent der weiblichen Teilzeit-Beschäftigten haben diese Form der Arbeitszeit gewählt, um familiären Betreuungspflichten nachkommen zu können, hieß es.

Das Wohlbefinden der Salzburger Arbeitnehmer ging im Jahr 2009 nach der krisenbedingten Verschlechterung 2008 noch einmal um vier Zähler auf 111 Indexpunkte zurück. Ein Wert, der zuletzt 2001 erreicht wurde und das schlechteste Ergebnis seit sechs Jahren (bzw. seit dem Messbeginn in Salzburg 2004). “Das, was dann 2007 aufgeholt wurde, ist durch die Krisenstimmung der letzten beiden Jahre zunichtegemacht worden”, sagte der AK-Präsident.

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