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Berufung gegen Jukic-Sperre vom OSV abgewiesen

Dinko Jukic bleibt gesperrt. Der Verbandstag des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV) hat sich am Samstag in Linz mit großer Mehrheit gegen eine Aufhebung des einjährigen Wettkampfverbots ausgesprochen. Jukic zog nur zehn der Delegiertenstimmen auf seine Seite, 101 Stimmen bzw. mehr als eine Dreiviertel-Mehreit hatte er gegen sich. Zudem gab es 20 Stimmenthaltungen. Jukic war nicht erschienen.

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Sein Anwalt Thomas Krankl hatte schon vor dem Verbandstag mit einer Klage für den Fall gedroht, dass die Sperre aufrecht bliebe. In einer weit mehr als einstündigen Diskussion gab es danach Wortmeldungen von seiner Seite wie auch von etlichen Vereinsvertretern. Während sich viele teilweise mit drastischen Worten gegen Jukic wandten, versuchte Krankl fast schon leidenschaftlich eine Sperre seines Mandanten abzuwenden.

“Heben sie die Sperre auf und fördern sie damit den österreichischen Schwimmsport”, sagte der Jurist. “Ich werde mich auch dafür einsetzen, dass sich Dinko Jukic künftig etwas zurücknimmt.” Teilweise fand er bei seinem Auditorium auch Gehör, es wurde der Mittelweg der Reduzierung der Strafe angeregt. Krankl ging auf diesen Kompromiss nicht ein, was den davor gewählten OSV-Präsidenten Christian Meidlinger wunderte. “Einige haben ihm den Antrag der Reduzierung in den Mund gelegt.”

Krankl arbeitete hingegen weiter für die Total-Aufhebung: “Thomas Muster etwa ist auch nicht immer mit dem Strom geschwommen. Und das war auch einer der Gründe, warum er so erfolgreich war. Es wird keinem ein Stein aus der Krone fallen. Herr Meidlinger hat gesagt, dass er die Vermittlerrolle sucht. Sperrt Dinko Jukic nicht, sondern gebt ihm die Möglichkeit, dass er die nächsten zehn Monate mit Vollgas für den Erfolg arbeiten kann.”

Die Aussagen gegen Jukic fielen mehrheitlich überraschend hart aus. “Der Schaden, den Dinko Jukic mit seinem Verhalten angerichtet hat, ist viel größer als der Nutzen, den er mit dem vierten Platz bei Olympia gebracht hat. Der Verband war wochenlang in den Zeitungen, da werden wir noch lange daran zu knabbern haben”, meinte ein Vereinsvertreter und eine weibliche Delegierte fügte an: “Herr Jukic hat noch jede Hand, die ihn gefüttert hat, gebissen und dann noch abgesägt.”

Speziell mutete der Applaus nach einer Aussage an, wonach es schade sei, dass Paul Schauer nicht doch zu einer dritten Amtszeit angetreten ist. “Denn dann hätten wir keinen Fall Jukic mehr. Dann hätte er nämlich wie angekündigt mit dem Schwimmen aufgehört”, hieß es. “Lassen wir ihn doch zehn Monate trainieren und dann soll er noch stärker zurückkommen.” Erich Maglock, Präsident des niederösterreichischen Schwimmverbands: “Jukic schwimmt nicht für Österreich, er schwimmt für Jukic.”

Ausgerechnet der von Jukic am 27. Mai bei der Debrecen-EM beleidigte Vizepräsident Helmut Tröbitsch lenkte ein bisschen ein. “Wenn Dinko Jukic die Möglichkeit gewählt hätte, die wir ihm geboten haben, sich zu entschuldigen, wäre es kein Fall für den Verbandstag gewesen”, sagte er. Tröbitsch gab übrigens im Laufe der Sitzung seinen schon weit davor gefassten Entschluss bekannt, nach 28 Jahren aus dem OSV-Vorstand auszuscheiden, er wurde für seine OSV-Tätigkeit mit Beifall bedacht.

Hingegen sprachen sich auch bei der Debrecen-EM anwesend gewesene Trainer für die Jukic-Sperre aus. Demnach kann der Olympia-Vierte über 200 m Delfin nach derzeitigem Stand erst nach dem 23. Juni 2013 wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Die weiteren zwei Monate der einjährigen Sperre sind bedingt ausgesprochen. Krankl zeigte sich jedenfalls danach relativ unbeeindruckt. “Ich gehe davon aus, dass wir sehr gute Chancen haben, zu gewinnen”, meinte er in Bezug auf die angekündigte Klage.

Der Anwalt ging davon aus, dass ihn Jukic mit dem Setzen dieses Schritts noch am Wochenende betrauen werde. Krankl: “Das wird jetzt so sein, dass die Sache noch weiter in den Medien ist. Da kommt sehr viel auf den Verband zu.” Der Ex-Leistungsschwimmer erhielt übrigens auch mit seiner Berufung gegen den im Jänner vom OSV ausgesprochenen Ausschluss des Salzburger Landesverbandes eine Absage – mit 86 Gegenstimmen. Auch hier wird Krankl nun wohl den Klagsweg beschreiten.



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