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Berittene Polizei: Vier Pfoten startet Online-Petition gegen FPÖ-Pläne

In Deutschland bereits Realität: die berittene Polizei
In Deutschland bereits Realität: die berittene Polizei ©APA/Barbara Gindl (Sujet)
Gegen die Pläne einer berittenen Polizei, die Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) jüngst äußerte, regt sich immer mehr Widerstand von Tierschützern und Co. Nun hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine Online-Petition gegen die Idee gestartet.
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“Tiere sollten generell in der Polizeiarbeit nicht gegen Menschen eingesetzt werden, das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Im Gegenteil: Es gilt, jede Gefahrensituation zwischen Mensch und Tier zu vermeiden. Gerade im Einsatz von Pferden etwa auf Demonstrationen und Fußballspielen sind sowohl Menschen als auch Tiere Verletzungsrisiken ausgesetzt”, so Martina Pluda, Kampagnenleiterin von Vier Pfoten, in einer Aussendung am Donnerstag. Vier Pfoten appelliert daher an Tierfreunde, die Petition zu unterschreiben und Minister Kickl aufzufordern, seine Pläne zurückzunehmen.

Gefahren und Risiken der berittenen Polizei

Die Bedenken der Tierschützer gegen die berittene Polizei: Auch wenn Pferde gut ausgebildet sind, könne in Stresssituationen nicht immer ausgeschlossen werden, dass sie außer Kontrolle geraten und Menschen überrennen. Das Verletzungsrisiko für Menschen ist dabei recht hoch, da die Pferde beschlagen und schwer sind. Aber auch Polizeipferde sind natürlich – wie die Polizisten selbst – besonderen Risiken im Einsatz ausgesetzt.

Besonders die Ausbildung der Pferde sieht Vier Pfoten problematisch. “Die Tiere werden dabei, genau wie später im Einsatz, mit Situationen konfrontiert, die ihrem natürlichen Fluchtinstinkt widersprechen”, so Pluda. Es ist wissenschaftlich belegt, dass es einer speziellen Auswahl und Ausbildung der Pferde im Polizeieinsatz bedarf, damit diese, als Fluchttiere, in diversen Situationen für ihren Reiter kontrollierbar bleiben. Diese Situationen (Lärm, Menschenmengen, Feuer etc.) verursachen Stress für die Tiere.

Vier Pfoten: FPÖ-Idee für Pferde purer Stress

Martina Pluda erklärt: “Die Pferde können zwar durch das Training lernen, ihrem Reiter zu gehorchen und/oder diesem zu vertrauen, aber sie würden sich niemals freiwillig in die täglich geforderten gefährlichen Situationen bringen. Und die Beherrschbarkeit der Pferde hängt auch eng mit der Ausbildung, Fähigkeit und dem Charakter des Reiters zusammen. Pferde reagieren auch erwiesenermaßen auf einen nervösen Reiter ihrerseits mit Stress.” Das bedeutet laut den Tierschützern, dass es neben der Ausbildung der Pferde eine sehr strenge Ausbildung der Reiter benötigt, und zwar nicht nur im reiterlichen Sinne, sondern auch in Bezug auf die Routine im Polizeieinsatz.

“All das ist schwer im Sinne des Tierschutzes detailliert vorzuschreiben und zu kontrollieren”, fasst es Pluda zusammen. Deshalb sollte man nach Ansicht von Vier Pfoten Pferde weder in Gefahrensituationen zwingen noch das langwierig aufgebaute Vertrauen der Pferde in ihre Reiter missbrauchen und sie diesen Einsätzen aussetzen.

Eine Online-Petition zum Wohle der Pferde

Vier Pfoten setzt sich bereits seit Jahren für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Fiakerpferde in Wien ein. “In Zukunft noch mehr Pferde in die hektische Wiener Innenstadt, eine nicht artgemäße Umgebung, zu holen, ist nicht akzeptabel – und absolut nicht zeitgemäß! Wir fordern daher den Innenminister nachdrücklich auf, von diesen Plänen abzusehen – im Sinne des Tierschutzes, der laut Regierungsprogramm ja auch der FPÖ am Herzen liegt”, so Pluda abschließend.

Zur Petition gegen die berittene Polizei geht es hier.

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