Beim Autokauf zahlt niemand den Listenpreis

Rabatte bei Autos blieben relativ stabil
Rabatte bei Autos blieben relativ stabil - © APA (dpa)
Die Vergleichsplattform autogott.at für rabattsuchende Autokaufwillige hat fürs vergangene Jahr einen Durchschnittsrabatt von 18,2 Prozent oder 5.358 Euro festgestellt. Damit sanken die Rabatte für Neuwagen und Tageszulassungen gegenüber dem Jahr 2015, als sich diese im Durchschnitt auf 19,85 Prozent beliefen, erklärte Geschäftsführer Stefan Mladek am Dienstag in Wien.

“Aufgrund der guten Verkaufszahlen vor allem im ersten Halbjahr 2016 gewährten die heimischen Autohändler vergangenes Jahr etwas geringere Rabatte”, sagte Mladek. Die Rabatte entwickelten sich über die Jahre, seit es Autogott 2013 gibt, stabil. Sie sanken im Vorjahr erstmals aber leicht. Schlussendlich würde aber “niemand den Listenpreis zahlen”.

Für sogenannte Jungwagen, die nicht älter als 18 Monate und maximal 25.000 Kilometer gefahren sind, gibt es höhere Rabatte. Sie lagen im Vorjahr bei durchschnittlich 31 Prozent oder 13.311 Euro. “Tageszulassungen kamen im Schnitt auf minus 24 und Lagerfahrzeuge auf minus 19 Prozent Preisnachlass”, so Mladek. Bei Neuwagen ohne Tageszulassungen lag der Rabatt im Schnitt bei 14 Prozent oder 4.347 Euro.

Die meisten Nutzer der Seite konfigurieren sich dort ein Auto, schauen welcher Rabatt drin ist – und gehen dann damit zu einem Händler und fragen, ob dieser auch diesen Preis machen könne, erklärte der autogott-Geschäftsführer. Die Kaufbereitschaft für einen “Neuen” sei 2016 signifikant höher gewesen als im Jahr davor. Aktuell könnten etwa im Zuge der beginnenden Vienna Autoshow Messeboni lukriert werden. Prinzipiell höhere Rabatte gebe es für Auslaufmodelle.

Die User interessierten sich einer Umfrage zufolge am stärksten für SUV-Autos (41 Prozent), gefolgt von Kombis (39 Prozent). Ein Fahrzeug mit Dieselantrieb suchen rund 60 Prozent, einen Benziner rund 30 Prozent. Das Interesse an alternativen Antriebsformen – Hybrid, Elektro – steig auf geringem Niveau. Ein Viertel der in der Umfrage befragten 500 Seiten-User fand, dass die Förderung von 4.000 Euro “ein guter Anreiz” sei, so Mladek.

Die Seite hat rund 35.000 Newsletter-Abonnenten und zählte voriges Jahr rund 2,5 Millionen Besucher, die sich dort ein Auto konfigurierten. Davon stellten rund 10 Prozent tatsächlich eine Anfrage und von diesen 10 Prozent kauft rund ein Prozent. “Einer von tausend kauft also”, sagte Mladek. 1,5 Prozent vom Nettoverkaufspreis verdient das Unternehmen, das auch Einnahmen aus der Werbung auf der Homepage und Benutzerdaten (Leadgenerierung/Interessentengewinnung) lukriert. Die Benutzerdaten werden zwar nicht weitergegeben, aber über die Seite bespielen manche Automarken dann Benutzer, die an einem ihrer Modelle Interesse gezeigt hatten. Im September wurde so laut dem Geschäftsführer erstmals ein positiver Cashflow erwirtschaftet.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen