Bedingungen in Italien für Migranten laut NGO unmenschlich

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Ärzte ohne Grenzen berichtet von Gewalt gegen Migranten
Ärzte ohne Grenzen berichtet von Gewalt gegen Migranten - © APA (AFP)
Tausende Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge leben in Italien der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) zufolge unter unmenschlichen Bedingungen. Dabei hielten sich die Menschen regulär im Land auf und hätten damit ein Anrecht auf Schutz.

Doch rund 10.000 hätten keinen Zugang zum staatlichen Aufnahmesystem – und damit nicht genug Essen, kein Dach über dem Kopf und keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung, heißt es in einem Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Organisation berichtete außerdem von Gewalt durch italienische und französische Grenzpolizisten, von der Migranten erzählten. Beim Versuch, die Grenzen nach Frankreich, Österreich oder in die Schweiz zu überqueren, seien 2016 und 2017 mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

In Italien steige “überall die Zahl der Migranten, auch der unbegleiteten Minderjährigen, die nahe der Grenzen festsitzen, die in informellen Siedlungen hausen, oftmals unter freiem Himmel, in Parks, an Flussufern, in der Nähe von Bahnhöfen”, teilte die Organisation mit. Diese “desolate Situation” dürfe nicht instrumentalisiert werden, sondern brauche echte Lösungen.

Die Migrationsströme sind dominierendes Thema vor den Parlamentswahlen am 4. März in Italien. Dort kamen im vergangenen Jahr mehr als 119.000 im Mittelmeer gerettete Menschen an. Seit vergangenes Wochenende ein Mann auf sechs Afrikaner schoss, hat sich die Debatte weiter verschärft.

(APA/dpa)

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