Bedeutung der Wiener Straßennamen: Unterwegs im 5. Bezirk

Von Nina Tatschl
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Der Margartenhof mitten im 5. Gemeindebezirk
Der Margartenhof mitten im 5. Gemeindebezirk - © Hans Strunz
Margareten ist seit 1850 ein Teil von Wien und seit 1861 der 5. Gemeindebezirk. In den Straßennamen findet sich bis heute ein Teil der Geschichte der österreichischen Hauptstadt. VIENNA.at hat die Details.

Über 54.000 Menschen (Stand: 2015) leben im 5. Bezirk, der innerhalb des Wiener Gürtels liegt und lange ein Vorort war. Margareten ist heute dicht besiedelt und besitzt wenig Grünflächen.

Die Bedeutung der Straßennamen in Margareten

Bis heute gilt Margareten als Arbeiterbezirk, in dem sich bis heute zahlreiche Gemeindebauten finden. Viele Straßennamen zeigen die Geschichte der Stadt. VIENNA.at hat einige davon im Überblick.

Margarentengürtel, Margartenplatz und Margartenstraße

Der Gürtel wurde 1894 nach dem ehemaligen Vorort “Margarten” benannt. Dieser war von 1380 bis 1850 eine selbstständige Gemeinde und erhielt den Namen von der heiligen Margarten von Antiochia  geweihten Kapelle, die Patronin der Bauern. Auch der Platz und die Straße sind danach benannt.

Arbeitergasse

1871 erhielt die Gasse den Namen und sie weist auf die ersten Häuser der Straße hin, die vom “Maria-Elisabethen-Verein” als Arbeiterfamilienhäuser errichtet wurden.

Reinprechtsdorfer Straße

Erinnert an den einstigen Vorort “Reinprechtsdorf”, welcher 1850 eingemeindet wurde.

Castelligasse

Die Gasse erhielt 1874 ihren Namen und ist nach Dr. Ignaz Castelli (1781 bis 1862) benannt. Er war Schriftsteller und Gründer des 1846 ins Leben gerufenen Vereins “Verein gegen die Misshandlung der Tiere in Wien”. Er galt als Vorläufer für den heutigen Tierschutzverein.

Pilgramgasse

Die Pilgramgasse ist nach Anton Pilgram (1699 bis 1761) benannt. Er war Landschaftsbaumeister und Mitglied des Äußeren Rates (1744).

Hamburgerstraße

Die Straße ist nicht nach der Stadt, sondern nach Karl Hamburger (1848 bis 1891) benannt. Er war ein Klavierfabrikant.

Kettenbrückengasse

Die Gasse streckt sich vom 4. in den 5. Bezirk und erhielt 1828 ihren Namem (davor hieß sie “Lumpertgasse”). Benannt ist sie nach der Kettenbrücke, die 1828 bis 1830 erbaut wurde.

Siebenbrunnerfeldgasse, Siebenbrunnergasse und Siebenbrunnerplatz

Benannt im Jahr 1904 nach Kaiser Ferndinand I., der 1562 Wasser von quellenreichen Feldern in sieben Brunnen sammeln und in die Stadt leiten ließ. Auch die Gasse ist danach benannt. Der Siebenbrunnerplatz soll an den Zusammenschluss der sieben Vororte Margarten, Hungelbrunn, Laurenzergrund, Nikolsdorf, Matzleinsdorf, Reinprechtsdorf und Hundturm zum 5. Gemeindebezirk erinnern. Ein Denkmal mit sieben Brunnenquellen symbolisiert die einstigen Vororte.

123Autor: Peter Autengruber, Verlag: Pichler Verlag Kosten: 19,90 Euro ISBN: 978-3-85431-599-5

Erfahren Sie mehr über die Geschichte Wiens im Vintage Vienna-Special auf VIENNA.at.

(NTA)

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