Bedeutung der Wiener Straßennamen: Unterwegs im 18. Bezirk

In den Straßennamen in Währing findet man noch reichlich Spuren von der Geschichte
In den Straßennamen in Währing findet man noch reichlich Spuren von der Geschichte - © VIENNA.at
VIENNA.at hat sich auf Spurensuche gemacht und in den Wiener Straßennamen nach der Geschichte der Stadt gestöbert. Auch im 18. Bezirk gibt es einiges zu entdecken.

Währing liegt im nordwesten der Stadt am Rande des Wienerwaldes und wurde 1892 mit den Vororten Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Neustift am Walde und Salmannsdorf eingemeindet. Neben Hietzing und Döbling zählt der Bezirk zu den nobleren Gegenden der Stadt.

Die Bedeutung der Straßennamen in Währing

Einige Straßen, darunter die Währinger Straße, erinnern noch heute an die einstigen Vororte. Auch in den anderen Straßennamen des 18. Bezirks steckt etwas Geschichte. Hier eine kleine Auswahl:

Währinger Straße

Die Währinger Straße und der Währinger Gürtel reichen vom 8. in den 18. Bezirk und weisen auf den ehemaligen Vorort Währing hin, welcher urkundlich bereits im 12. Jahrhundert (“Hof zu Waring”) erwähnt wurde.

Hildebrandgasse

Benannt wurde die Straße nach Lukas von Hildebrandt (1668-1745) und ist demnach falsch geschrieben. Er war ein Architekt, der unter anderem für das Schönbornpalais und das Belvedere verantwortlich ist.

Schopenhauerstraße

Die Straße ist nach dem Philosophen und Vertreter des Pessimus Arthur Schoppenhauer (1788-1860) benannt.

Gentzgasse

Die Straße wurde nach Friedrich von Gentz (1764-1832) benannt. Er war ein politischer Schriftsteller, der unter anderem die Kriegsrufe gegen Napoleon verfasste und ein enger Mitarbeiter Metternichs war.

Paulinengasse

Die Straße ist gleich wie der Paulinensteig im 16. Bezirk nach der Gräfin Pauline von Metternich (1809-1905) benannt.

Weimarer Straße

Die Weimarer Straße geht durch den 18. und 19. Bezirk und der Name wurde als Ausdruck der Verbundenheit mit der deutschen Republik gewählt. Weimar war Sitz der Nationalversammlung, daher hieß das Land 1918 bis 1933 auch “Weimarer Republik”.

Anastasius-Grün-Gasse

1876 wurde die Straße nach Anastasius Grün, der eigentlich Anton Alexander Graf von Auersperg (1806-1876) hieß, benannt. Er schuf politische Lyrik mit liberalen Tendenzen und er war ein Ehrenbürger der Stadt Wien.

Cottagegasse

Die Gasse ist nach dem ehemaligen Cottageviertel benannt, welches 1872 auf Initiative des Architekten Heinrih von Ferstel angelegt wurde. Der Cottage-Bauverein errichtete rund 350 Einfamilienhäuser, die auch in Hütteldorf, Ober St. Veit und Hetzendorf errichtet wurden.

Schindlergasse

Die Gasse wurde 1894 nach Emil Jakob Schindler (1842-1892), einem Landschaftsmaler benannt.

Gersthofer Straße

Die Straße ist nach dem früheren Vorort benannt. Dessen Namen ist auf einen Gutshof (“Gerstlerhof”) benannt.

Pötzleinsdorfer Straße

Die Straße wurde nach dem ehemaligen Vorort benannt. Pötzleinsdorf wird in den Urkunden der Stadt erstmals im 12. Jahrundert unter dem Namen “ad pezelinesdorf” genannt.

123Autor: Peter Autengruber, Verlag: Pichler Verlag Kosten: 19,90 Euro ISBN: 978-3-85431-599-5

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(NTA)

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