Beauty-OP mit Beute von fingiertem Überfall in Wien finanziert: Prozess

Ein fingierter Raub war am Mittwoch Thema bei einem Prozess in Wien
Ein fingierter Raub war am Mittwoch Thema bei einem Prozess in Wien - © APA (Sujet)
Perfider Plan mit gerichtlichem Nachspiel: Um Geld für diverse Schönheitsoperationen und einen BMW zu haben, sollen im April 2014 zwei weibliche Angestellte eines Postpartnergeschäftes sowie der Lebensgefährter einer der Frauen einen Überfall in Wien fingiert haben.

Das Trio, das sich am Mittwoch vor Gericht geständig zeigte, wurde – teilweise nicht rechtskräftig – zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt.

Vorgetäuschter Raub auf Postamt

Wem die Idee zu dem vorgetäuschten Raub gekommen ist, blieb am Wiener Landesgericht unklar. Fakt ist, dass die 26- und 21-jährigen Frauen nicht nur eng befreundet waren, sondern auch noch gemeinsam in der Poststelle gearbeitet haben.

Freundin schlug Überfall vor

Eines Tages fragte die Ältere die Jüngere, ob sie denn eine gute Schauspielerin sei. Auf die Frage nach dem Warum, weihte sie ihre Freundin ein, dass sie “jemanden im Burgenland” kenne, der die Filiale überfallen würde, aber die 21-Jährige wäre von Anfang an eingeweiht. “Da denkt man nicht an den Punkt, dass man was Illegales macht, sondern dass man es danach besser hat”, sagte die Beschuldigte, die von Ernst Schillhammer vertreten wurde.

Fingierter Raub auf Postamt

Am nächsten Tag sollte der fingierte Raub stattfinden, anschließend würden die Frauen jeweils 10.000 Euro, der “Mann aus dem Burgenland” den Rest der Beute erhalten. In Wahrheit führte jedoch der hoch verschuldete Lebensgefährte der Älteren den Überfall aus: die jüngere Angeklagte erkannte in dem maskierten Räuber sofort den durchtrainierten Freund der Freundin.

Mit einer Beute von über 46.000 Euro flüchtete der 22-Jährige. Da er bei dem Coup nicht gerade zimperlich mit der 21-Jährigen umging, und sie anschließend mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus musste, stand die Frau unter Schock. Zudem erhielt sie nicht die vereinbarten 10.000 Euro, sondern nur 6.000 Euro.

Beauty-OPs mit Beute bezahlt

“Was haben Sie mit dem Geld gemacht?”, fragte Richterin Martina Frank. “Ich habe auf großem Fuß gelebt.” Und die Freundin? “Na, die hat sich schön gemacht”, erklärte die 21-Jährige. Sie habe sich die Brüste vergrößern, die Lippen aufspritzen und die Nase operieren lassen. Deren Rechtsbeistand Normann Hofstätter widersprach dieser Aussage, das Geld für die OPs habe seine Mandantin nicht mit dem Geld des Überfalls, sondern mit einem Rubbellos gewonnen.

Urteile bei Prozess in Wien

Der 22-jährige konnte sich nicht nur am Äußeren seiner Freundin erfreuen, er gönnte sich auch einen BMW und zahlte seine Schulden ab, die er als Unternehmer einer Schlosserei machte. Er wurde zu 19 Monaten verurteilt, drei davon muss er im Gefängnis verbringen. Seine Ex-Freundin – das Paar hat sich mittlerweile getrennt – muss von 22 Monaten ebenfalls drei hinter Gitter. Die beiden Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die 21-Jährige, die sich bei ihrer Einvernahme als vermeintliches Opfer in Widersprüche verwickelte und dann laut Schillhammer alles zugab, nahm ihr Urteil von 16 Monaten bedingt an.

(apa/red)

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