ÖBB-Fahrplan: Grünen-Aktionstage gegen Verschlechterungen

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo.
Es fährt ein Zug nach Nirgendwo. - © Bilderbox
Bis kommenden Mittwoch werden Protestkarten an Pendler verteilt, außerdem gibt es eine Petition im Internet. Zudem fordern die Grünen ein Sonderinvestitionsprogramm.

Die Grünen veranstalten von Montag bis kommenden Mittwoch “ÖBB-Aktionstage” gegen den ab 13. Dezember geltenden neuen Fahrplan der Bundesbahnen: An 32 Bahnhöfen in Wien, Niederösterreich und Burgenland werden Protestkarten an Pendler verteilt, “mit dem Ziel, schärfstens zu protestierten, weil die ÖBB ihr Angebot anstatt zu verbessern, drastisch verschlechtern”, erklärte die Wiener Klubobfrau Maria Vassilakou bei einer Pressekonferenz in der Bundeshauptstadt.

Mit dem neuen Fahrplan gebe es “längere Wartezeiten, Züge fallen aus und in Wien wesentliche Verzögerungen und Unannehmlichkeiten durch Bahnhofsausbauten”, sagte Vassilakou. So würden rund zehn Prozent der Züge auf der Westbahn gestrichen, auf der Schnellbahn-Stammstrecke in Wien komme es nun zu Neun-Minuten-Intervallen statt bisher maximal 7,5 Minuten und Baustellen wie am Süd- und Westbahnhof würden für Ärger sorgen: “So macht man aus Zug- Autofahrer und das in einem Land, das Schlusslicht in der EU beim Klimaschutz ist.” Rund 200.000 Menschen würden bereits jetzt täglich mit dem Auto nach Wien pendeln.

Kein Zug mehr pünktlich

In Niederösterreich würden rund 20 Strecken eingestellt, um Nebenbahnen müsse gekämpft werden, berichtete Klubobfrau Madeleine Petrovic. Das Ganze erfolge subtil: “Strecken, die man nicht mehr will, werden so unattraktiv gemacht, dass schließlich keiner mehr fahren will.” Auch würden sich durch interne Leistungsberechnungen bei der ÖBB “Wahnwitzigkeiten” ergeben, sodass man z. B. Züge offenbar leer fahren lasse und für die gleiche Strecke Busersatz anbiete, so Petrovic. Auch komme kaum ein Zug mehr pünktlich an, meinte die burgenländische Amtskollegin Grete Krojer.

Grünen Verkehrssprecherin Gabriela Moser forderte die Ausarbeitung eines Sonderinvestitionsprogramms zur schnellen Beseitigung von Kapazitätsengpässen des Bahnverkehrs; weiters u. a. den viergleisigen Ausbau zwischen Meidling und Mödling und zwischen Simmering und Stadlau sowie durchgehend 160 km/h auf der Nordbahn.

Eine Petition ist ab sofort unter www.gruene.at abrufbar.

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