Austria startet in Frühjahrsvorbereitung, Tajouri vor Abgang

Die Veilchen wollen zurück ins obere Tabellendrittel
Die Veilchen wollen zurück ins obere Tabellendrittel - © APA
Die Austria ist mit Neuzugang Stefan Stangl, Rückkehrer Patrizio Stronati und dem umworbenen Raphael Holzhauser ins Mannschaftstraining für die in rund einem Monat startende Frühjahrssaison der Fußball-Bundesliga eingestiegen. In Steinbrunn fehlte am Montag jedoch Ismael Tajouri, der in die US-Major-League-Soccer wechseln könnte. Der Flügelspieler hat bis Mittwoch Extraurlaub bekommen.

Nachdem die Wiener am Wochenende sportmedizinische Tests absolviert hatten, versammelte Trainer Thorsten Fink seine Mannschaft südlich von Wien zur ersten Einheit. “Ich bin froh, dass es wieder losgeht”, sagte Fink. Nicht dabei waren die Langzeitverletzten Robert Almer und Christoph Martschinko. Auch der rekonvaleszente Heiko Westermann fehlte, er weilte zur Reha in Deutschland. Dominik Prokop und Petar Gluhakovic sind derzeit beim Bundesheer, sollen im Lauf der Woche aber zur Mannschaft stoßen.

Im Zentrum des medialen Interesses stand in den vergangenen Tagen wieder die Zukunft von Holzhauser. Der Spielmacher der Austria will seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern, die Gespräche liegen auf Eis. Holzhausers Berater brachte nun den türkischen Tabellenführer Basaksehir als künftigen Arbeitgeber ins Spiel. Der Club aus Istanbul soll dem 24-Jährigen einen lukrativen Vertrag vorgelegt haben. Bei der Austria ist vorerst noch kein Angebot eingegangen.

Die Wiener wollen ihren Regisseur nur gegen eine Ablösesumme ziehen lassen, die sich im siebenstelligen Bereich befinden soll. Inwiefern Basaksehir, das vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan unterstützt wird, dies leisten kann, ist unsicher. Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt hielt fest: “Ich gehe derzeit davon aus, dass Holzhauser im Frühjahr für uns spielt. Bisher liegt nichts Konkretes auf dem Tisch.”

Ein Abgang zeichnet sich indes bei Tajouri ab. Der Flügelspieler ist ebenfalls noch bis zum Saisonende an die Violetten gebunden, könnte den Club aber schon jetzt verlassen. Wohlfahrt bestätigte einen Interessenten aus den USA. In den kommenden Tagen könnte der Transfer des 23-Jährigen fixiert werden.

Neben Linksverteidiger Stangl, der von Red Bull Salzburg samt Kaufoption bis Sommer ausgeliehen wurde, und dem von einem leihweisen Engagement bei Mlada Boleslav zurückgekehrten Innenverteidiger Stronati könnte noch ein weiterer Akteur kommen. Gebastelt wird an einer Rückholung von Michael Madl. Der in der Stronach-Akademie ausgebildete Steirer steht beim englischen Zweitligisten Fulham unter Vertrag, absolvierte dort in dieser Saison aber noch keinen einzigen Liga-Einsatz. Die Austria will den 29-Jährigen offenbar nur ablösefrei oder gegen eine geringe Summe loseisen.

“Das Interesse ist da. Wir stehen in Verhandlungen”, meinte Wohlfahrt. Große Sprünge dürfe man sich im laufenden Budget jedoch nicht erlauben. Die Verpflichtung von Madl beeinflussen könnte, inwiefern Westermann für die Frühjahressaison wieder voll fit wird. Der Deutsche laborierte im Herbst an einer Knorpelverletzung im Knie. Er wird kommenden Montag wieder in Wien erwartet und soll am 18. Jänner im Flieger ins Trainingslager auf Zypern sitzen. Sollte Westermann noch länger ausfallen, bietet sich mit Madl eine mehr als adäquate Alternative.

Im Mittelfeld will die Austria aktuell nicht nachbessern. Bleibt Holzhauser, gebe es dafür keinen Grund, so Wohlfahrt. Mit Alexander Grünwald kehrt eine im Herbst großteils ausgefallene Stammkraft zurück. Der Mittelfeldmann soll wie Florian Klein ab nächster Woche ins normale Training integriert werden. Tajouris Abgang könnte man intern nachbesetzen, da auch Lucas Venuto seinen Kreuzbandriss wieder voll ausgeheilt hat.

Sportlich gesehen wollen die Favoritner im neuen Jahr den missglückten Herbst vergessen machen. Als Tabellensechster liegt die Austria fünf Zähler hinter Platz vier. Der reicht fix zur Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League. “Ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben neue Spieler dabei, schön langsam kommen auch die Verletzten zurück und damit gibt es auch wieder mehr Alternativen”, sagte Trainer Fink am Montag. Der Frühjahrsstart erfolgt für die Austria am 4. Februar mit einem Auswärtsderby gegen Rapid.

(APA)

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