Australischer Arzt will AUA verklagen – Finger am Tischchen eingeklemmt

Ein australischer Arzt will die AUA nach einer Verletzung am kleinen Finger verklagen.
Ein australischer Arzt will die AUA nach einer Verletzung am kleinen Finger verklagen. - © APA (Themenbild)
Ein australischer Neurochirurg, der sich bei einem AUA-Flug den kleinen Finger am Klapptischchen eingeklemmt haben soll, will nun die österreichische Fluglinie verklagen.

Das berichtete das Luftfahrtportal Austrianwings am Mittwoch. Der Vorfall soll sich am 5. Juli vergangenen Jahres ereignet haben. Australischen Medienberichten zufolge befand sich der Neurochirurg David W. auf dem Weg von Brisbane nach Manchester. Das Teilstück von Bangkok nach Wien legte er als Passagier der Business Class an Bord einer Boeing 777 der AUA zurück.

Gegenüber dem Queensland Federal Court gab der Kläger an, die Kabinenbesatzung habe nach dem Abservieren des Essens das Tischchen seines Sitzes nicht wieder eingeklappt. Weil sich W. durch den ausgeklappten Tisch eingeengt gefühlt habe, habe er selbst versucht, das Tischchen wieder zu verstauen. Dabei habe er sich den kleinen Finger seiner rechten Hand eingeklemmt.

Finger eingeklemmt – starke Schmerzen und Bewusstlosigkeit

Mit Hilfe seines Sohnes, der sich ebenfalls im Flugzeug befand, sei es ihm zwar nach mehreren Sekunden gelungen, seinen Finger herauszuziehen. Er habe sich aber den kleinen Finger so schwer verletzt, dass er noch heute unter den Folgen leide. Der Mediziner sprach von einer “Fehlfunktion” des Tischchens und davon, dass er aufgrund der Schmerzen sogar kurzzeitig bewusstlos geworden sei. Heute leide er aufgrund des Vorfalls an Unruhe und Depressionen, so die australischen Medien. Durch die physischen und psychischen Belastungen habe er außerdem einen Einkommensverlust zu beklagen.

Australischer Arzt will AUA nach Vorfall verklagen

AUA-Sprecher Wilhelm Baldia sagte am Donnerstag auf APA-Anfrage, dass der Fall derzeit von der Rechtsabteilung der Fluglinie geprüft werde. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne er zur Zeit keine genauere Stellungnahme dazu abgeben. Gemäß einem Bericht des Portals “Theage.com.au” habe auch die australische Rechtsvertretung von Austrian Airlines, die Kanzlei HWL Ebsworth, einen Kommentar zu dem Zwischenfall abgelehnt – ebenso wie der Arzt und dessen Rechtsvertretung.

Interne Recherchen der AUA hätten jedoch ergeben, dass sich W. nach dem Vorfall nicht an das Bordpersonal gewandt habe, sagte Baldia. Auch sei es keine Vorgabe, dass den Passagieren in der Business Class automatisch der Tisch von Mitgliedern der Crew eingeklappt werde. “Hier gibt es kein bestimmtes Prozedere”, erklärte der AUA-Sprecher. “Oft möchten Passagiere den Tisch auch später noch zur Ablage nutzen, etwa für den Laptop. Bei Problemen mit dem Ein- oder Ausklappen des Tischchens hilft die Crew natürlich gerne.”

(APA/Red)

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