Australier gaben Zehntausende Schusswaffen ab

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© Im Gegenzug gehen die Waffenbesitzer straffrei aus.

Das Angebot einer dreimonatigen Amnestie für die Besitzer illegaler Waffen ist nach Angaben von Premierminister Malcolm Turnbull sehr gut angenommen worden. In dem Vierteljahr bis Ende September seien mehr als 50.000 nicht registrierte Schusswaffen bei den Behörden abgegeben worden, sagte Turnbull am Freitag. “Das ist eine überwältigende Antwort.”

Die dreimonatige Amnestie garantierte den Besitzern illegaler Waffen bei Ablieferung Straffreiheit. Sie sollte dazu beitragen, dass neue Terroranschläge verhindert werden.

Die rund 50.000 abgegebenen Waffen reichten von Modellen aus dem 19. Jahrhundert über solche, die in beiden Weltkriegen gebraucht worden sind bis hin zu modernen halbautomatischen Schusswaffen. Auch eine selbstgebastelte Maschinenpistole sei dabei gewesen, berichtete Turnbull.

Es war die erste landesweite Amnestie für die Abgabe von Waffen seit 1996. Die Aktion erfolgte nach einer Reihe von Banden-Schießereien und angesichts der wachsenden Sorge vor Anschlägen in Australien.

Die Aktion endete, kurz bevor in der US-Casinometropole Las Vegas der 64-jährige Stephen Paddock aus einem Hotelzimmer zahlreiche Schüsse auf die Besucher eines Open-Air-Konzerts abgegeben und dabei 58 Menschen getötet und fast 500 weitere verletzt hatte.

Trotz eines verhältnismäßig strengen Gesetzes waren in Australien im Juni Schätzungen zufolge etwa 260.000 Schusswaffen unerlaubt in Umlauf. Auf Verstöße stehen in der Regel Geldstrafen bis umgerechnet rund 190.000 Euro und bis 14 Jahre Haft. Nach einem Anschlag mit 35 Toten auf der Insel Tasmanien hatte die Regierung 1996 schon einmal eine ähnliche Amnestie angeboten, die auch vielfach genutzt wurde. Australien hat nur gut 24 Millionen Einwohner.

(APA/dpa/ag.)