Ausstellungsreigen begleitet die Osterfestspiele Salzburg

Wenn an diesem Wochenende die Osterfestspiele Salzburg internationales Publikum an die Salzach locken, haben auch die Galerien und Museen wieder Hochsaison. Die 43. Art & Antique bringt traditionell Kunst, Antiquitäten und Design in die Salzburger Residenz und hat wieder einige Highlights. Die Galerien präsentieren internationale Künstler von Christo über Antony Gormley bis Street Art.

Auch wenn die Aussteller der Art & Antique ab Samstag ein breit gefächertes Spektrum von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst zeigen, zieht sich doch die Wiener Moderne wie ein kleiner roter Faden durch das Programm. Schließlich jährt sich der Tod von Egon Schiele, Gustav Klimt und Kolo Moser heuer zum 100. Mal. Eines der Meisterwerke, die gezeigt werden, ist die “Sitzende Frau” – ein Blatt von Schiele aus dem Jahr 1916. Oskar Kokoschka ist mit einem “Blumenstillleben mit Tulpe” aus dem Jahr 1961 vertreten.

Auch zwei besondere Kostbarkeiten warten auf die Besucher: Wienerroither & Kohlbacher zeigen ein Gemälde von Pablo Picasso, das über fünf Millionen Euro kostet und damit laut Veranstalter das absolute Spitzenobjekt auf der Kunstmesse ist. Eine Rarität bietet auch die Galerie Weihergut an: Sie bringt ein Kirchturm-Uhrwerk aus der Zeit um 1720. Das Werk stand ursprünglich im Turm der Pfarrkirche Seeham und wurde wahrscheinlich vom “Hof- und Großuhrmacher” Joseph Christoph Schmidt in Salzburg gefertigt. Im Zuge einer Renovierung wurde es 1807 von Johann Bentele, dem Neffen von Johann Bentele Senior aus der berühmten Salzburger Uhrmacherfamilie, umgebaut.

Zu sehen sind auch Werke von Arik Brauer, Friedensreich Hundertwasser, Serge Poliakoff, Emil Nolde oder Alfons Walde. Das alte Ägypten wird mit einem “Kalksteinrelief mit drei Opferträgern”, das aus der Zeit 2504 bis 2347 v. Chr. datiert und aus einer privaten französischen Sammlung stammt, repräsentiert.

Die Galerie Ropac eröffnet am Donnerstagabend in der Villa Kast eine Ausstellung mit Arbeiten des britischen Bildhauers Antony Gormley für das Osterpublikum. “Earth Body” ist eine seit 2008 entstandene Serie mit aus unzähligen polygonalen Zellen geformten Skulpturen, die menschliche Körper zeigen.

Auf der anderen Seite der Salzach zeigt die Galerie Rudolf Budja unter dem Titel “Street Art” Arbeiten von Shepard Fairey, Jona Cerwinske und dem Foto- und Mode-Duo Hunter & Gatti. Die Vernissage findet am Samstag statt. Der 1970 in South Carolina geborene Fairey kommt aus der Skateboard-Szene und wurde mit der Aufkleberkampagne “Andre the Giant Has a Posse” oder dem Poster “Hope” bekannt, auf dem ein Porträt Barack Obamas zu sehen ist. Cerwinske lebt in Miami und hat dort mit seinen Zeichnungen die Wände des Stadtteils Wynwood mitgeprägt. Längst beschränkt er sich mit seiner Graffiti-Malerei nicht mehr nur auf Mauern, sondern verziert damit auch Sportwägen und andere Luxusgüter.

An den Lago d’Iseo entführt die Galerie 2CforArt: Sie zeigt ab Samstag Fotos von “The Floating Piers”, einem Herzensprojekt, das der Künstler Christo im Sommer 2016 in Italien realisiert hat. Für ein paar Tage verband ein rosa schimmernder Steg aus Pontons, die mit fließendem Stoff eingehüllt waren, die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo. Der schwankende Weg über den See hat knapp 1,2 Millionen Besucher angelockt und eine neue Perspektive auf den Lago d’Iseo eröffnet. Wolfgang Volz, der seit 1971 die monumentalen Projekte des Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude begleitet, hat “The Floating Piers” mit der Kamera eingefangen. In der Galerie 2CforArt werden 20 nummerierte und von Christo und Wolfgang Volz handsignierte Motive vorgestellt.

Die Galerie Thomas Salis zeigt ab Samstag unter dem Titel “Salzburger Steine” eine Retrospektive mit Arbeiten des 2010 verstorbenen Bildhauers Karl Prantl. Die Ausstellung will mit ausgewählten Arbeiten den Salzburg-Bezug im Oeuvre von Prantl sichtbar machen. Der Künstler war unter anderem Initiator des Bildhauer-Symposiums im Rahmen der internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg.

In der Residenzgalerie läuft derzeit die große Ausstellung zu “Wolf Dietrich von Raitenau”, das Salzburgmuseum befasst sich unter dem Titel “Anschluss, Krieg, Trümmer” mit der eigenen Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus und im Museum der Moderne ist unter anderem eine Schau zur österreichischen Fotografie zwischen 1970 und 2000 zu sehen.

(APA)

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