Ausstellung über “Seeger an der Lutz”

Landtagspräsident Gebhard Halder eröffnete heute, Mittwoch, im Foyer des Landtages die vom Vorarlberger Landesarchiv und der Elementa Walgau gestaltete Ausstellung “Net lugg lo”. Diese Schau ist dem Vorarlberger Arzt und Schriftsteller Ludwig Gabriel Seeger (1831-1893) gewidmet, der unter seinem Pseudonym “Seeger an der Lutz” und als Fitnesstrainer von Kaiserin Sisi bekannt geworden ist.

Für LTP Halder spiegelt Seeger den Typ des erfolgreichen Vorarlbergers wider, der über den Tellerrand seiner Heimat blickte, ihr aber stets verbunden blieb: “Ludwig Gabriel Seeger war ein vielseitig begabter Mensch, dessen Interessen weit über seinen Arztberuf hinaus gingen. Schon damals verfolgte er in der Medizin einen ganzheitlichen Ansatz, setzte auf Prophylaxe und schuf auch in der Elektromedizin neue Standards. Darüber hinaus war er dem Schöngeistigen zugetan, gehört in die erste Reihe unserer Mundartdichter.”

Seeger kam in Thüringen zur Welt. Er wirkte gemeinsam mit seinem Vater als Arzt in Ludesch, übersiedelte nach dessen Tod aber nach Wien, wo er sich als einer der bedeutendsten Lebensreformer Österreichs profilierte. Im Sinne gesundheitlicher Prophylaxe entwickelte er ab den 1850-er Jahren ein ausgeklügeltes Fitness- und Ernährungssystem. Mit Fug und Recht kann man ihn als den ersten “Wellnessguru” Österreichs bezeichnen. So zählte Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, neben einigen anderen fortschrittlichen Damen des Wiener Hochadels zu seinen treuesten Schülerinnen.

Als Lebensreformer zählte auch die damals noch junge Elektromedizin zu Seegers Forschungsgebieten. Ab den 1860-er Jahren baute er im Wiener Krankenhaus auf der Wieden eine entsprechende Abteilung auf, die später von seinem Sohn Ludwig Eduard Seeger (1862-1927) übernommen wurde. Den Sommer verbrachte Seeger über viele Jahrzehnte hinweg in seinem Ludescher Haus. Dabei schloss er sich dem so genannten Walgauischen Weimar an, einer Art freien Sommerakademie von Künstlern, Gelehrten und Lebensreformern. Er starb 1893 in Wien.

In Vorarlberg blieb Seeger unter dem Pseudonym Seeger an der Lutz als populärer Schriftsteller in Erinnerung. In der Vorarlberger Literaturgeschichte gehört er in die erste Reihe der frühen Mundartdichter und -sammler. Zu besonderer Popularität gelangte Seegers Gedicht “Uf da Berga ischt mi Läba”, das Wunibald Briem 1893 vertonte und heute noch zu den bekanntesten Volksliedern zählt.

Die Ausstellung “Net lugg lo – 175 Jahre Seeger an der Lutz” ist im Foyer des Vorarlberger Landtages im Landhaus in Bregenz bis Freitag, 9. Februar 2007 werktags 8.00 bis 18.00 Uhr, zu besichtigen.

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OTS0232 2007-01-24/16:40

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