Aussagen von Psychiatern zu Breivik verschoben

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Im Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik sind die Aussagen von zwei Psychiatern kurzfristig verschoben worden. Torgeir Husby und Synne Sørheim hatten eigentlich am Mittwoch dem Amtsgericht in Oslo ihre Diagnose aus einem umstrittenen Gutachten darlegen sollen.


Nach ihrer Ansicht leidet der 77-fache Mörder Breivik an paranoider Schizophrenie und ist damit nicht schuldfähig. In diesem Fall würde Breivik bei einer Verurteilung in eine psychiatrische Anstalt kommen.

Der Richter begründete die Verschiebung auf Donnerstag mit der überlangen Befragung des Chefs des norwegischen Ausschusses für forensische Medizin, der am Mittwoch vor der geplanten Aussage der beiden Psychiater in den Zeugenstand trat. Er erläuterte die Beurteilung der beiden Gutachten über Breiviks Geisteszustand durch sein Gremium.

Nach Kritik an der ersten Diagnose von Husby und Sørheim hatte das Gericht eine zweite Untersuchung angeordnet, die zu einem gegenteiligen Schluss kam.

Das erste Gutachterteam habe eine sehr gute Ausgangsposition gehabt, da es mit Breivik bereits kurz nach dessen Taten Kontakt hatte, erklärte Karl Heinrik Melle. Breivik war zu diesem Zeitpunkt isoliert und hatte keinen Zugang zu Medien. Diese Beschränkungen wurden vor dem zweiten Gutachten aufgehoben, daher könnte Breivik seine Antworten angepasst haben, mutmaßte Melle.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und acht Menschen getötet. Dann hatte er 69 Teilnehmer eines Ferienlagers auf der Insel Utøya erschossen.

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